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Eklat in Arbeitsprozess

01.03.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

Beklagter Gastwirt beschimpfte Ex-Mitarbeiter aus dem Irak.

Zu einem Eklat kam es am Montag am Landesgericht Feldkirch gegen Ende der Verhandlung in dem Arbeitsprozess. Der beklagte Gastronom verlor die Nerven und äußerte sich abfällig und beleidigend über Asylwerber im Allgemeinen und den nunmehrigen Kläger aus dem Irak im Speziellen. Der aufgebrachte Gastwirt verwendete dafür ein Schimpfwort.

Ergänzend merkte der Ex-Arbeitgeber des Klägers an, er werde nie wieder einem Asylwerber Arbeit geben. Die Arbeitsrichterin und der Klagsvertreter schritten verbal sofort ein und ermahnten den Beklagten, sich öffentlich nicht derart zu äußern. Sie verlangten vom Beklagten, sich beim im Verhandlungssaal anwesenden Kläger zu entschuldigten. Dieser Aufforderung kam der Beklagte jedoch nicht nach.

Vergleich

Wenigstens stimmte der Oberländer Lokalbetreiber einem bedingten gerichtlichen Vergleich zur sofortigen Beendigung des Arbeitsprozesses letztlich doch noch zu. Demnach verpflichtet er sich, seinem in Teilzeit beschäftigt gewesenen Ex-Koch als eingeklagten offenen Lohn für zwei Wochen Arbeit 1056 Euro zu bezahlen. Zudem überweist der Beklagte der Arbeiterkammer, die den Kläger juristisch vertritt, 310 Euro für den Verfahrensaufwand. Innerhalb der nächsten zehn Tage kann die gütliche Einigung noch widerrufen und damit für ungültig erklärt werden.

Kurz vor Dienstbeginn gekündigt

Der Kläger sagte, ihm stünden nach der einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsvertrags noch offener Arbeitslohn und Urlaubsgeld zu. Der Beklagte erwiderte, die Trennung sei keineswegs einvernehmlich erfolgt. Der klagende Koch habe ihm eine halbe Stunde vor Dienstbeginn telefonisch mitgeteilt, dass er nicht mehr in seinem Restaurant arbeiten werde. Daraufhin habe er an jenem Tag sein Restaurant nicht aufsperren können. Sein finanzieller Schaden sei deshalb größer als jener des Klägers. Es könne doch nicht sein, dass ein Arbeitnehmer sich ungestraft so verhalten dürfe.