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Kinderpornos: Sechs Jahre Haft

01.03.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch endete mit Schuldspruch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch endete mit Schuldspruch. Hartinger

38-jähriger forderte Mädchen dazu auf, intime Videos zu schicken.

Vier Mädchen im Alter von 12, 13 und 14 Jahren hat der geständige Angeklagte im Internet in sozialen Medien dazu verleitet, ihm intime Videos zu schicken. Darauf war zu sehen, wie die Mädchen onanierten und ihren nackten Intimbereich filmten. Zudem hat der 38-Jährige Dateien mit Kinderpornografe aus dem Internet heruntergeladen und davon manche weiterverschickt.

Mehrere Vorstrafen

Das trug ihm am Montag beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und pornografischer Darstellung von Minderjährigen ein. Dafür wurde der mit mehreren Vorstrafen belastete Angeklagte zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem hat der Arbeitslose einem der Mädchen als Teilschmerzengeld 2000 Euro zu bezahlen.

Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Der von Verfahrenshelfer Andreas Fussenegger verteidigte Angeklagte und Staatsanwältin Julia Berchtold nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Der Strafrahmen für schweren sexuellen Missbrauch beträgt ein bis zehn Jahre Gefängnis. Für den angeklagten Rückfalltäter galt allerdings eine um die Hälfte erhöhte Strafdrohung von einem bis 15 Jahren Haft. Denn der Mann aus dem Bezirk Feldkirch ist in den letzten fünf Jahren schon zwei Mal wegen Sexualdelikten zu Haftstrafen verurteilt worden.

Kinderpornografie

Im vergangenen Jahr wurde über den damals siebenfach Vorbestraften am Landesgericht eine Gesamtstrafe von 15 Monaten Haft wegen des Besitzes und der Weitergabe von Kinderpornografie verhängt. 2018 wurde der vorbestrafte Geschiedene wegen der Anbahnung von Sexualkontakten zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, davon drei Monate unbedingt. Denn nach den gerichtlichen Feststellungen hatte er 2017 in sexueller Absicht versucht, ein zehnjähriges Mädchen in seine Wohnung zu locken.

Weil der 38-Jährige ein einschlägiger Rückfalltäter ist, fiel die Strafe für ihn streng aus. Eine mildere Strafe sei auch wegen der Abschreckung für die Allgemeinheit nicht möglich gewesen, sagte Richter Mitteregger. Es müsse aufgezeigt werden, dass das Internet für Jugendliche sehr gefährlich sein könne.
Mildernd gewertet wurden das zur Wahrheitsfindung beitragende Geständnis und der Umstand, dass der Angeklagte die Opfer nicht unmittelbar missbraucht hat. Er hat mit den Mädchen gechattet und sie dazu angestiftet, sich selbst zu missbrauchen.

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