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Neue Initiative für Handel

01.03.2021 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Betriebe sind in Hinblick auf Digitalisierung ganz unterschiedlich aufgestellt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Vorarlberger Betriebe sind in Hinblick auf Digitalisierung ganz unterschiedlich aufgestellt. Hartinger

„Handel.Lokal.Digital“ soll bei Digitalisierung unterstützen.

Das eine Jahr Krise habe auch dem stationären Handel stark zugesetzt, stellte Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler gestern bei einer Pressekonferenz in der Postgarage in Dornbirn fest. Die Krise habe zudem ausgeleuchtet, dass im Bereich des E-Commerce, also des elektronischen Handels, noch einiges zu tun sei.

Mit einer neuen Intiative von Land und Wirtschaftskammer soll diesbezüglich nun Abhilfe geschaffen werde. „Handel.Lokal.Digital“ nennt sich ein modulares Bildungs- und Unterstützungsprojekt, das dazu dienen soll, dass Handelsbetriebe in Zukunft auf derartige Situationen vorbereitet sind. Metzler ist überzeugt, dass es auf große Konzerne wie Amazon regionale Antworten gibt – wenngleich er dafür den Vergleich MotoGP und Fahrrad anführt.

Handel.Lokal.Digital: Module

Das Projekt besteht aus sieben Modulen, die sich je nach Inhalt an digitale „Neulinge“, „Champions“ und dazwischen richten. Sie haben folgende Themen:

Digitale Sicherheit

Informations-Sicherheit

Community

Mit Kunden verbunden

Marktplätze & Plattformen

Handel Digital.Regional.Stationär

Innovative Geschäftsmodelle

Die Krise habe in vielen Fällen wie ein Brennglas funktioniert, sagte Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. „Es hat sich gezeigt, was funktioniert und was nicht funktioniert.“ Im Detailhandel seien die Betriebe von heute auf morgen zu großen Umstellungen gezwungen worden. Darauf gelte es eine Antwort zu finden.

Daher sei es wichtig, dass die sieben Module von „Handel.Lokal.Digital“ (siehe Factbox) allen zur Verfügung stehen. Pro Modul können sich 10 bis 15 Teilnehmer anmelden. Neben diesem Erwerb von Wissen sei aber auch die Umsetzung und Implementierung in den Betrieben zentral. Dafür wurde vom Land eine E-Commerce-Förderung ins Leben gerufen, die die Unternehmen direkt unterstützen soll, wobei es nicht unbedingt das Ziel sein müsse, einen Onlineshop aufzubauen, so Tittler. Dieser Fördertopf ist mit 600.000 Euro dotiert. Die maximale Summe pro Betrieb beträgt 15.000 Euro.

Jimmy Heinzl, Marco Tittler, Carina Pollhammer und Hans Peter Metzler (v.l.).<span class="copyright"> WKV</span>
Jimmy Heinzl, Marco Tittler, Carina Pollhammer und Hans Peter Metzler (v.l.). WKV

Laut Carina Pollhammer, Spartenobfrau Handel in der WKV, bezeichnen sich fast 50 Prozent der KMU als „digitaler Neuling“. Sie betonte, dass es individuelle Lösungen für die Betriebe brauche. Bei der Entwicklung von „Handel.Lokal.Digital“ habe man vor allem darauf geachtet, dass es verständlich sowie praxis- und umsetzungstauglich sei.

Mit dem ersten Modul werde am 18. März gestartet, informierte Pollhammer. Ursprünglich in allen Regionen in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsgemeinschaften und Stadtmarketing geplant, werde nun aufgrund der Krise zunächst in den Wifi in Dornbirn und Bludenz gestartet. Zusätzlich oder parallel zu den sieben Modulen gibt es auch ein Beratungsangebot. „Der stationäre Handel, wie wir ihn vorher gekannt haben, wird nach Corona nicht mehr so aussehen“, glaubt die Spartenobfrau.

Die Krise hat gezeigt, was funktioniert und was nicht funktioniert.

Marco Tittler, Wirtschaftslandesrat

„Die Pandemie hat der Digitalisierung Vorschub geleistet“, meinte Jimmy Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschafts-Standort Vorarl­berg GmbH (Wisto). Sie verstärke einen Prozess, der schon vorher gestartet worden sei. Man habe sich gegen eine regionale Plattform entschieden, oder wie es Metzler formulierte: „Wir machen kein ‚Kaufhaus Vorarlberg‘“ – vielmehr sollen Betriebe in Hinblick auf Digitalisierung individuell gestärkt werden.

Für die Konzeption von „Handel.Lokal.Digital“ sei eine Ausschreibung erfolgt, erklärte Heinzl. Über 20 Unternehmen hätten sich gemeldet. Es sei eine Auswahl und in weiterer Folge eine Ausarbeitung der Module erfolgt. Die Initiative sei auch ein Vorbild für die Digitalisierung weiterer Wirtschaftsbereiche, so der Wisto-Geschäftsführer.

Der Unkostenbeitrag für die Teilnehmer beträgt 49 Euro für einen halben Tag und 98 Euro für einen ganzen Tag.
Weitere Informationen unter wkv.at/handel.lokal.digital

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