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Nachtlokale bleiben noch geschlossen

02.03.2021 • 08:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Wallner über Öffnung der Gastro sowie den Kulturbereich.


Was war ausschlaggebend, dass Vorarlberg Testregion wird?
Markus Wallner: Es gibt deutliche Unterschiede zu Restösterreich. Unser Reproduktionsfaktor ist tiefer. Außerdem ist der Mutationsanteil viel geringer. In Wien zum Beispiel ist dieser schon bei 70 Prozent, in Vorarlberg gerade einmal bei 26 Prozent. Unser geografisches Umfeld mit Schweiz, Liechtenstein und Süddeutschland ist bezüglich der Mutationsanteile und Inzidenzen besser. Die Regionen in Ost-Österreich sind durch die Nähe zu Tschechien und Ungarn mit hoher Mutationsrate und vielen Pendlern einem höheren Risiko ausgesetzt. Daher sprach einiges für Vorarlberg als Testregion.

Die Gastronomie öffnet am 15. März. Für welche Gastronomie-Betriebe gilt das konkret?
Wallner: Es gilt für alle Bereiche der Gastronomie bis auf die Nachtlokale. Aber es wird Zutrittstest benötigen. Es muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass Selbsttest angewendet werden können. Jetzt gilt es ein System zu überlegen, wie das kontrollierbar ist. Das ist aber machbar. Neben der früheren Öffnung ist ein weiterer großer Unterschied zu Restösterreich, dass wir nicht nur die Gastgärten, sondern auch indoor öffnen werden.

Wird es eine Sperrstunde geben?
Wallner: Ich habe klargestellt, dass wir das regional entscheiden können, da wir ohnehin die Einzigen sind, die offen haben. Ich werde in den nächsten Tagen mit der Branche besprechen, ob das 22 oder 23 Uhr sein wird.

Im Handel sind 20 Quadratmeter pro Kunde festgelegt. Wie soll das in der Gastronomie umgesetzt werden?
Wallner: Die Zeit, das fixieren zu können, war nicht gegeben. Das müssen wir in den nächsten Tagen mit dem Gesundheitsministerium besprechen. Da wird es dann auch um Maskenpflicht gehen. Auch wie viele Personen in ein Lokal und an einem Tisch sitzen dürfen, muss geregelt sein. Es muss ein kontrollierter Schritt der Öffnung sein.

Auch der Nachwuchssport wird wieder möglich sein. Gilt das nur für Aktivitäten im Freien oder auch Hallensport?
Wallner: Hallensport ist denkbar, aber Sport im Freien geht jetzt einmal vor. Dort liegt die Konzentration auf dem Nachwuchs, denn die Kinder sind durch die Schulen ohnehin schon getestet. Auch hier werden wir mit der Branche Rücksprache halten und schauen, inwieweit Präventionskonzepte für Hallensport vorliegen und umsetzbar sind.

Wann wird die Kultur in Vorarlberg öffnen dürfen?
Wallner: Es geht mir weniger um den Sektor als Ganzes, sondern um die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen. Dort müssen wir Kontakte zulassen. Wie zum Beispiel bei Musikproben. Wenn man den Kulturbereich weiter öffnen möchte, kommt man in die Frage der Veranstaltungsregelungen. Das ist ein anderes Feld. Die generelle Öffnung der Kultur muss man noch hinten anstehen.

Was ist mit der Hotellerie?
Wallner: Die Gastronomie im Hotel darf geöffnet werden, die Beherbergung aber nicht. Das würde derzeit wenig Sinn machen, denn da brauchen wir in Wahrheit offene Grenzen.

Vorarlberg dient als Testregion. Welche Grenzen wurden vereinbart, ab wann wieder geschlossen werden müsste?
Wallner: Prinzipiell müssen bei einer Inzidenz von 400 Bund und Land zusammentreten und den betroffenen Bezirk genau anschauen. Es muss eine Cluster-Analyse gemacht und die Teststrategie verschärft werden. Ein sofortiger Lockdown über ein ganzes Bundesland ist aber sicher nicht zielführend.

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