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Gekündigter Braumeister klagt

04.03.2021 • 19:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Arbeitsprozess findet am Landesgericht Feldkirch statt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Arbeitsprozess findet am Landesgericht Feldkirch statt. Hartinger

Gekündigter meint in Arbeitsprozess, er werde lange arbeitslos sein.

Die Vorarlberger Brauerei war nach Auseinandersetzungen mit Teilen der Belegschaft mit der Arbeit ihres Braumeisters nicht mehr zufrieden und hat ihn nach 14 Jahren gekündigt. Den Verlust des Arbeitsplatzes bekämpft der Braumeister in einem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch mit einer Klage auf Kündigungsanfechtung. Sein Anwalt Bertram Grass meint, die Dienstgeberkündigung sei sozialwidrig und deshalb rückgängig zu machen.
Der Wegfall des gutdotierten Jobs sei seinem Mandanten aus sozialen Gründen nicht zumutbar, so der Klagsvertreter. Der 49-jährige werde wohl keinen annähernd gleichwertigen Arbeitsplatz finden. Deshalb sei eine lange andauernde Arbeitslosigkeit zu befürchten. Sozialwidrig sei die Kündigung auch deshalb, weil damit für den Kläger der Verlust der Wohnung verbunden sei. Und der Gekündigte habe finanziell auch für ein Kind aufzukommen.

Rückkehr oder Geld

Der Kläger will vor Gericht entweder seine Rückkehr ins Unternehmen erzwingen oder für die Kündigung finanziell entschädigt werden, angeblich mit mehr als 200.000 Euro.
In der Verhandlung am Donnerstag ereignete sich Ungewöhnliches. Der Senat unter dem Vorsitz von Richterin Elisabeth Walch beschloss, den Kläger und den Geschäftsführer der beklagten Partei zu beeidigen. Die Vertreter der Streitparteien mussten schwören, bei ihrer nochmaligen Befragung zu einer bestimmten Frage die Wahrheit zu sagen. Sonst könnten sie wegen falscher Aussage belangt werden. Für gewöhnlich stehen nur Zeugen unter Wahrheitspflicht.
Übereinstimmend gaben dann der Kläger und der Geschäftsführer der Brauerei zu Protokoll, der Kläger habe sich bei einer anderen Brauerei als Braumeister beworben. Das sei ihm inzwischen bestätigt worden, merkte der Brauerei-Geschäftsführer an. Bei seiner früheren Aussage hatte er vor Gericht zu Protokoll gegeben, der Kläger habe sich nicht beworben.

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