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Trotz Umsatzverlust positiv gestimmt

05.03.2021 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Schlitzwandfräse bei der S-Bahn-Erweiterung am Marienhof in München. <span class="copyright">Liebherr</span>
Die Schlitzwandfräse bei der S-Bahn-Erweiterung am Marienhof in München. Liebherr

Liebherr muss Umsatzeinbußen hinnehmen, launcht aber Weltneuheit.

Die Jahresbilanz der Liebherr-Werk Nenzing GmbH fällt nicht positiv aus und dennoch sind die Verantwortlichen zufrieden. Die Umsatzeinbußen belaufen sich im Jahr 2020 auf 427,1 Millionen Euro oder 11,7 Prozent. „Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen und der globalen Ausnahmesituation durch die Covid-19-Pandemie ist das Unternehmen mit dem vergangenen Geschäftsjahr trotzdem sehr zufrieden“, heißt es in einer Aussendung. Ließ der Anfang des Jahres 2020 noch vermuten, dass es eine positive Entwicklung geben würde, so wurden diese Tendenzen im April aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie schlagartig gestoppt. Liebherr reagierte mit Kurzarbeit, welche jedoch nur für die Monate April und Mai ausgerollt wurde. In der Folge kamen die Mitarbeiter wieder in Vollbeschäftigung zurück und der Mitarbeiterstand konnte trotz Pandemie auch gehalten werden.

Zum Unternehmen

Liebherr

Die Firmengruppe Liebherr ist ein familiengeführtes Technologieunternehmen mit breit diversifiziertem Produktprogramm. Das Unternehmen zählt zu den größten Baumaschinenherstellern der Welt, bietet aber auch auf vielen anderen Gebieten hochwertige, nutzerorientierte Produkte und Dienstleistungen an. Die Firmengruppe umfasst über 140 Gesellschaften auf allen Kontinenten, beschäftigt mehr als 48.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in 2019 einen konsolidierten Gesamtumsatz von über 11,7 Milliarden Euro.

Dabei entwickelten sich die unterschiedlichen Spartenangebote des Kranherstellers in verschiedene Richtungen. Während das Geschäft mit den Raupenkränen florierte und sogar ein Umsatzplus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden konnte, entwickelte sich die Spezialtiefbaubranche rückläufig. „Besonders deutlich war dies im Bereich der Ramm- und Bohrgeräte zu beobachten, während der Rückgang bei den Hydroseilbaggern weniger stark ausfiel. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Branche einer insgesamt schwierigen Marktlage ausgesetzt“, lässt Liebherr wissen.

Markt in Nordamerika

Dennoch blieben die Marktanteile laut dem Nenzinger Unternehmen stabil. Erfreulich für Liebherr war die Entwicklung in Nordamerika. Im Jahr 2020 entwickelte sich dieser Markt zum größten Abnehmer und kompensierte den rückläufigen europäischen Markt. Dennoch wollen die Verantwortlichen strategisch weiterhin auf Letzteren bauen. „Der europäische Markt ist strategisch weiterhin enorm wichtig“, heißt es. Gleichzeitig brachte das Unternehmen in der Corona-Krise eine Weltneuheit auf den Markt, den batteriebetriebenen Raupenkran. Die neuen Baugeräte sind abgasfrei und haben eine geringe Schallemission.

Mit dem LR 1200.1 unplugged und LR 1250.1 unplugged launchte das Unternehmen die ersten batteriebetriebenen Raupenkrane der Welt. <span class="copyright">Liebherr</span>
Mit dem LR 1200.1 unplugged und LR 1250.1 unplugged launchte das Unternehmen die ersten batteriebetriebenen Raupenkrane der Welt. Liebherr

„Gerade das Jahr 2020 hat gezeigt, dass man offen und mutig sein muss, neue Wege zu gehen. Mit unseren Unplugged-Kränen bieten wir unseren Kunden ein alternatives Antriebskonzept. Für uns war klar, dass wir das Konzept auf weitere Produktbereiche ausweiten und dort erfolgreich etablieren“, sagt Gerhard Frainer (Bild), Geschäftsführer Vertrieb der Liebherr-Werk Nenzing GmbH.

Ausblick

Trotz anhaltender Pandemie gehen die Verantwortlichen von einer positiven Entwicklung im Jahr 2021 aus. Diese Annahme basiert auf den ersten beiden Monaten. Die Auftragseingänge pendelten auf stabilem Niveau und im Dezember 2020 bewegte sich das Unternehmen in dieser Hinsicht sogar leicht über dem Schnitt 2019.
Liebherr ist außerdem daran interessiert, die eigenen Errungenschaften und Technologien der breiten Bevölkerung näherzubringen. Aus diesem Grund wurde in der Inatura Dornbirn eine Sonderausstellung zum Thema Augmented Reality (AR) installiert. Noch bis Ende dieses Jahres wird die Austellung zu sehen sein.

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