Allgemein

„Wir segeln hart am Wind“

05.03.2021 • 20:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
AstraZeneca kann nun an über 65-Jährige verimpft werden. <span class="copyright">Photo by THOMAS KIENZLE / AFP</span>
AstraZeneca kann nun an über 65-Jährige verimpft werden. Photo by THOMAS KIENZLE / AFP

In Vorarlberg wird Zulassung von AstraZeneca begrüßt.

Die Nachricht, dass das Nationale Impfgremium AstraZeneca auch für Personen über 65 Jahre empfehlen würde, wurde auch in Vorarlberg positiv aufgenommen. Wie alle anderen Landeshauptleute stimmte auch Markus Wallner dafür, der Empfehlung zu entsprechen.
Für dieses Wochenende, wo alle über 80-Jährigen, die sich angemeldet haben, geimpft werden, ändert diese nichts mehr. Diese werden mit dem mRNA-Impfstoff vakziniert. Jedoch bringt die Zulassung eine Beschleunigung in Bezug auf die Durchimpfung der Personen mit Vorerkrankungen und all jene, die ihren 65. Geburtstag schon hinter sich haben. Laut dem Landeshauptmann werden am kommenden Mittwoch allein von AstraZeneca 13.000 Impfdosen in Vorarlberg erwartet.

Das Nationale Impfgremium empfiehlt das Vakzine von AstraZeneca auch an Über-65-Jährige zu verimpfen. <span class="copyright">APA/dpa/Friso Gentsch</span>
Das Nationale Impfgremium empfiehlt das Vakzine von AstraZeneca auch an Über-65-Jährige zu verimpfen. APA/dpa/Friso Gentsch

„Die Zielgruppen der einzelnen Phasen ändern sich im Impfplan nicht, aber es wird zeitliche Verschiebungen geben, weil mit allen drei Vakzinen nach Alter und Risiko vorgegangen werden kann“, erklärt Wallner. Die Durchimpfung dieser Gruppen bis im April beendet zu haben, wie es der Bundeskanzler in Aussicht gestellt hat, klingt auch für den Vorarlberger Landeshauptmann realistisch. Dennoch appelliert er an die Bevölkerung, sich anzumelden. „Es fehlen uns nach wie vor über 80-Jährige, die sich noch nicht angemeldet haben. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das zu tun.“ Mit Abschluss dieses Wochenendes sollen bis zu 15.000 über 80-Jährige ihre Impfung erhalten haben, gut 5000 Personen dieser Altersgruppe fehlen aber noch, weil sie sich nicht angemeldet haben.

Testsystem

Die Durchimpfung der Risikogruppen bringt auch Vorteile in Bezug auf die geplanten Öffnungsschritte. „Es ist eine Chance und wir in Vorarlberg sind in einer interessanten, uns anspruchsvollen Situation. Mit einem Testsystem und den Impfungen ist das eine große Möglichkeit, einen weiteren Lockdown zu verhindern“, erklärt Wallner.
Dabei ist dem Landeshauptmann das Risiko aber durchaus bewusst. „Es ist ein Wettlauf mit der Mutation und wir segeln hart am Wind. Aber wir müssen es einfach probieren. Nicht leichtsinnig, sondern mit klaren Regeln.“
Die IT-Experten des Landes haben unterdessen eine Plattform entwickelt, die ähnlich der Impfregistrierung aufgebaut ist und zukünftig Wohnzimmertests dokumentieren und somit via QR-Code überprüfbar machen soll. Nun muss Bundesminister Rudolf Anschober sein Okay dazu geben. Damit stehen und fallen die Lockerungen. „Dann stellt sich die Frage, ob draußen oder drinnen geöffnet werden soll, nicht mehr. Wer einen negativen Test vorlegen kann, darf die Leistungen in Anspruch nehmen. Egal, ob er sich drinnen oder draußen aufhält.“

Auch für die Berufspendler gibt es erfreuliche Nachrichten: Antigentests in Apotheken sind für im Ausland versicherte Pendler kostenlos. <span class="copyright">APA/dpa/Sebastian Gollnow</span>
Auch für die Berufspendler gibt es erfreuliche Nachrichten: Antigentests in Apotheken sind für im Ausland versicherte Pendler kostenlos. APA/dpa/Sebastian Gollnow

Die Antigentests in Apotheken sind künftig auch für im Ausland versicherte Vorarlberger Berufspendler kos­tenlos. „Es konnte im Sinne der Betroffenen, die in der Schweiz oder Liechtenstein krankenversichert sind, eine gute Lösung erzielt werden“, freut sich Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Diese Maßnahme des Landes wurde mit ÖGK und Apothekerkammer auf Schiene gebracht. Diese Lösung gilt allerdings nicht für die im Inland privatversicherten Pendler. Mit den österreichischen Privatversicherungen werden derzeit deshalb noch Verhandlungen geführt.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.