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Angeklagter ist kein Gewalttäter

08.03.2021 • 21:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

Schwere Körperverletzung nach Lokalbesuch: Freispruch im Zweifel.

Wer den 44-Jährigen am 30. August 2020 in Kob­lach schwer verletzt hat, bleibt vorerst ungeklärt. Denn am Landesgericht Feldkirch wurde der angeklagte 30-Jährige im Zweifel vom Vorwurf der schweren Körperverletzung freigesprochen. Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher ist rechtskräftig. Sie könne nicht mit der für einen Schuldspruch notwendigen Sicherheit feststellen, dass der unbescholtene Angeklagte das ihm angelastete Verbrechen tatsächlich begangen habe, erklärte die Strafrichterin.

Der 44-jährige Zeuge sagte auch vor Gericht, der Angeklagte habe ihn nach einem Lokalbesuch auf dem Vorplatz des Lokals geschlagen und getreten und dabei schwer verletzt. Die Ex-Gattin des Zeugen bestätigte seine belastenden Angaben. Der Zeuge gab zu Protokoll, er habe den Angeklagten an jenem Abend zuerst in einem Lokal gesehen, in dem der Beschuldigte als Musiker aufgetreten sei. Nach der Sperrstunde sei er in einem anderen Lokal wieder auf den Angeklagten getroffen.

Vorwürfe bestritten

Der Angeklagte hingegen bestritt den Tatvorwurf. Er sei nicht der Täter. Er sei nur im ersten Lokal gewesen und habe sich danach von einem Arbeitskollegen heimfahren lassen. Seine Version wurde von seiner 42-jährigen Gattin und von seinem Arbeitskollegen bestätigt. Die von der Richterin angeordnete polizeiliche Auswertung der Smartphones mit einer Rufdatenrückerfassung ergab nur, dass sich der Fahrer des Angeklagten zur von ihm angegebenen Zeit in Tatortnähe befunden hat.

Die Richterin merkte an, dass die Polizei beim Opfer und dessen Gattin eine starke Alkoholisierung festgestellt habe. Daher sei nicht auszuschließen, dass der verletzte 44-Jährige den Angeklagten mit dem tatsächlichen, unbekannten Täter verwechselt habe. Das Gewalt­opfer forderte als Teilschmerzengeld vergeblich 10.000 Euro.

Der Angeklagte sagte, er überlege sich eine Anzeige gegen den 44-Jährigen wegen Verleumdung.

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