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Brasilianische Variante nachgewiesen

08.03.2021 • 17:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die 'Mutantenjägerin' Luisa Cochella beim Betrachten der Strukturen von Corona-Spike-Proteinen mit Mutationen in einem Labor der 'IMBA' am BioCenter in Wien
Die ‚Mutantenjägerin‘ Luisa Cochella beim Betrachten der Strukturen von Corona-Spike-Proteinen mit Mutationen in einem Labor der ‚IMBA‘ am BioCenter in Wien APA/ROLAND SCHLAGER

Die Mutation P.2 ist das erste Mal in Österreich nachgewiesen worden.

Im Bundesland Salzburg ist nun erstmals eine Infektion mit der brasilianischen Coronavirus-Mutation P.2 bestätigt worden – zum ersten Mal in Österreich. Der Verdacht war bereits vor zwei Wochen beim Test eines Mannes aufgetaucht, nun liegt das Ergebnis der Sequenzierung vor. Der Fall selbst war gut eingegrenzt, weitere Verdachtsfälle seien bisher nicht aufgetreten. Das teilte das Land Salzburg am Montagnachmittag mit.

Die Infektion des Mannes aus der Stadt Salzburg liegt schon etliche Wochen zurück. Beim ersten PCR-Test, bei dem das Virus festgestellt worden war, wurde die Mutation noch gar nicht festgestellt. Erst als sich der Infizierte gegen Ende der verordneten Quarantäne erneut testen ließ, sei die Mutante entdeckt worden, sagte der Sprecher des Landes Salzburg, Franz Wieser, zur APA.

Wo sich der Salzburger angesteckt hat, konnte nicht geklärt werden. „Er war weder im Urlaub noch sonst auswärts unterwegs“, so Wieser. Auf jeden Fall sei seine Absonderung verlängert worden, auch für seine Kontaktpersonen sei die Isolierung angeordnet worden. Daher seien auch keine weiteren Verdachtsfälle aufgetreten.

Laut Wieser handelt es sich im vorliegenden Fall um eine dritte Variante der brasilianischen Mutation, bei der auch die Mutante mit der Bezeichnung E484K vorhanden ist. Und gerade diese stehe im Verdacht, die Immunabwehr des Körpers stark zu beeinträchtigen. Anzunehmen sei, dass die vorliegende Mutation deshalb erst jetzt entdeckt worden ist, weil Anfang Februar das Mutations-Screening umgestellt worden sei: Bis dahin hätten drei bestimmte Komponenten gleichzeitig vorhanden sein müssen, um als brasilianische Mutation erkannt zu werden, danach habe man nach allen Komponenten einzeln gesucht. Und beim nun bestätigten Fall fehle die Mutante N501NY.

In Salzburger Labor entdeckt

„Auch nach einer durchgemachten Infektion gibt es bei dieser Variante die Möglichkeit, sich noch einmal anzustecken. Noch nicht ausreichend geklärt ist zudem, wie wirksam die verschiedenen Impfstoffe in Bezug auf diese Mutationen sind“, betonte Hans Georg Mustafa vom Salzburger Labor medilab, wo der Fall entdeckt worden ist.

Das Land Salzburg teilte heute weiters mit, die Quarantäne wieder von zehn auf 14 Tage zu verlängern. Denn während der Fall der brasilianischen Mutante gut eingegrenzt werden konnte, sei der Anteil der britischen Variante mittlerweile stark gewachsen. „Derzeit weisen rund 80 Prozent der positiv getesteten Personen Merkmale der britischen Variante auf“, sagte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Nach zehn Tagen ist aber ein „Freitesten“ und eine Beendigung der Quarantäne möglich, wenn keine Symptome mehr vorhanden sind und eine Ansteckung nicht mehr möglich ist. Die Entscheidung trifft die Gesundheitsbehörde.