Allgemein

Missbrauch im Netz: 18 Monate Haft

08.03.2021 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Missbrauch im Netz. <span class="copyright">AP</span>
Missbrauch im Netz. AP

Pädophiler verleitete Mädchen, ihm Sex-Videos und Nacktfotos zu schicken.

“Man muss Kinder im Internet schützen“, sagte Richter Martin Mitter­egger in seiner Urteilsbegründung. Deshalb sei die Strafe streng ausgefallen. Die Sanktion solle der allgemeinen Abschreckung dienen und als Signal dafür, dass auch Missbrauch im Internet ein Tabu sei. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und pornografischer Darstellung von Minderjährigen wurde der unbescholtene 27-Jährige am Montag am Landesgericht Feldkirch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Schöffensenats ist nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte und Staatsanwältin Melanie Wörle drei Tage Bedenkzeit in Anspruch nahmen. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Haft.

Kinderpornos

Nach Ansicht der Richter hat der Liftarbeiter zwei Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren im Internet auf einer Chatseite für Jugendliche dazu verleitet, ihm Videos vom Onanieren sowie Nacktfotos zu schicken. Zudem hat er sich nach den gerichtlichen Feststellungen 300 Bilder und Videos mit Pornografie mit Kindern und Jugendlichen beschafft.

Als 13-Jährige azugegeben

Der damals 25-Jährige hat sich 2018 laut Urteil auf der Chatplattform als 13-jähriges Mädchen namens Klara ausgegeben. So soll er sich als vermeintliche neue Freundin das Vertrauen der mutmaßlichen Opfer erschlichen und dann die beiden unmündigen Mädchen dazu aufgefordert haben, ihm nicht nur Nacktfotos zukommen zu lassen, sondern auch Videos mit geschlechtlichen Handlungen.

Richter Martin Mitteregger. <span class="copyright">hartinger</span>
Richter Martin Mitteregger. hartinger

Hausdurchsuchung

Der Angeklagte hat den Besitz von Kinderpornos zugegeben. Das verbotene Datenmaterial wurde bei einer Hausdurchsuchung bei ihm gefunden. Bestritten hat der ledige Mann jedoch die schwerer wiegenden Tatvorwürfe. Der 27-Jährige behauptet, er habe gar keinen Kontakt zur Zehn- und Elfjährigen gehabt. Eine Bekannte aus dem Chat, die tatsächlich Klara hieß, habe den Mädchen mit seiner Handy­nummer geschrieben. Er habe Klara während seines Wechsels zu einem anderen Mobilfunkanbieter seine Telefonnummer überlassen. Verteidiger Manuel Dietrich beantragte im Zweifel einen Freispruch vom Vorwurf des schweren Missbrauchs.

Der Schöffensenat hielt die Angaben des Angeklagten jedoch für unglaubwürdig. Zumal der Beschuldigte in einem Telefonat mit einer ermittelnden Polizistin geständig gewesen sei. Richter Mitteregger sagte zum Schluss, er hoffe, dass der Angeklagte sich auch wegen seiner pädophilen Neigungen therapieren lasse.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.