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Schulbetrieb nach Ostern

08.03.2021 • 17:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Schulbetrieb nach Ostern

Im Endeffekt hänge dies vom Infektionsgeschehen ab.

Der Ablauf des Schulbetriebs nach Ostern sowie die Detailregelungen zur heurigen Matura sind nach wie vor unklar. „Was nach Ostern sein wird, kann heute noch nicht vorhergesagt werden“, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) im ORF-„Mittagsjournal“. Im Endeffekt hänge dies vom Infektionsgeschehen ab. Die genaue Maturaausgestaltung soll spätestens kommende Woche stehen.

Am Wochenende hatte SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid (SPÖ) gefordert, dass der derzeitige Schichtbetrieb ab der Mittelschule/AHS-Unterstufe nach Ostern wieder in einen Normalbetrieb überführt wird. Dann sollten alle Kinder – mit entsprechenden Tests und Schutzmaßnahmen – wieder fünf Tage die Woche Präsenzunterricht haben. SP-Klubvizechef Jörg Leichtfried und SP-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek sahen bei einer Pressekonferenz am Montag darin keinen Widerspruch zu Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, bei den Öffnungen nicht auf das Datum, sondern auf die Inzidenz zu schauen. „Das, was Rendi-Wagner immer dazusagt, ist, wenn es die entsprechenden Sicherheitskonzepte gibt, ist es eine Frage der Möglichkeiten, die Kinder nicht versäumen sollen.“

Alle Lehrer bis Ostern impfen

„Wenn wir sehen, das Infektionsgeschehen klingt ab oder bleibt einigermaßen stabil, dann ist sicherlich der Schichtbetrieb etwas, was wir als erstes in Richtung Normalbetrieb zurückführen“, meinte Faßmann. Auf eine bestimmte Zahl für diesen Schritt wollte er sich nicht festlegen. Ein solcher hänge neben der Sieben-Tage-Inzidenz von vielen Faktoren ab, etwa von der Testintensität, der Zahl der Hospitalisierungen, der Belastung des Gesundheitssystems oder der spezifischen Schulsituation. Und schließlich falle auch ein Risikofaktor weg, wenn es gelinge, alle Lehrer bis etwa Ostern zu impfen.

Dem Vernehmen nach sollen Gespräche mit Lehrervertretern über die Schritte nach Ostern in dieser Woche starten. Diese mahnen aber zur Vorsicht: Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger meinte in den „Salzburger Nachrichten“ (Montag-Ausgabe), dass es angesichts steigender Fallzahlen nun einmal darum gehe, überhaupt bis Ostern zu kommen. Die Unabhängigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG) sind in einer Aussendung sogar „sicher, dass die Maßnahmen an den Schulen über Ostern hinaus beibehalten und wahrscheinlich nachgeschärft werden müssen, auch wenn die Lehrerinnen und Lehrer dann bereits geimpft sind“.

Bereits in dieser oder kommender Woche entschieden wird laut Faßmann der genaue Ablauf der Matura – schon im November wurden einige Erleichterungen bekanntgegeben. Die Themenbereiche für die mündliche Matura an AHS können gekürzt, die vorwissenschaftlichen Arbeiten bzw. Diplomarbeiten müssen nicht präsentiert werden. Außerdem wird die Bearbeitungszeit für die schriftliche Matura wieder um eine Stunde verlängert. Schülervertreter hatten zuletzt noch weitergehende Änderungen gefordert – etwa die erneute Freiwilligkeit der mündlichen Matura wie im Vorjahr. Faßmann deutete im „Mittagsjournal“ aber auch eine mögliche Adaptierung des Bewertungsschemas bei der schriftlichen Matura an – hier müsse geklärt werden, welche Maßstäbe etwa bei der Mathematik angelegt werden, wenn bestimmte Beispiele der zentral vorgegeben Aufgaben nicht unterrichtet wurden.

Maturareform gefordert

Unter dem Motto „Matura Futura“ fordern Wissenschafter aber eine viel weitergehende Reform der Reifeprüfung: So sollen bereits ab heuer die schriftlichen Klausuren sowie Teile der mündlichen Matura wegfallen. Die Matura würde dann nur aus einer vorwissenschaftlichen Arbeit und einer mündlichen Prüfung aus zwei beliebig wählbaren Fächern bestehen. So könnten Präsentationstechnik und Selbstorganisation gestärkt werden.

Begründung: Schon heute berechtige die Matura alleine oft nicht mehr zur Aufnahme eines Studiums. Die Aufnahmeprüfung an den Hochschulen sei mittlerweile zur größeren Prüfung geworden, für die oft schon ein Jahr vorher gelernt würde. Es mache auch wenig Sinn, bei der Matura noch einmal jenes Wissen abzufragen, das man schon zuvor bei zahlreichen Prüfungen nachgewiesen habe. Unterzeichnet wurde die von der Direktorin des Ludwig Boltzmann Istituts Digital Health and Patient Safety sowie Geschäftsführerin des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin, Maria Kletecka Pulker, initiierte Petition unter anderem von Juristen und Medizinern sowie vom Komplexitätsforscher Peter Klimek.