Allgemein

Erst ein Zehntel der Tests geliefert

09.03.2021 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

In der ersten Woche sind 20.000 Fünferpacks verteilt worden.

Seit die Regierung vermehrt auf die Teststrategie setzt und beschlossen hat, dass jeder Bürger ab 16 ein Mal im Monat fünf Gratis-Tests beziehen kann, ist der Andrang groß. Und wie befürchtet und angekündigt (siehe NEUE vom 28.2.) sind die Gratis-Tests Mangelware. Vielerorts sieht man Schilder vor den Apotheken, die darauf hinweisen, dass es im Moment keine Tests (mehr) gibt. Seit einer Woche läuft die Aktion. Und die Nachfrage scheint exponentiell mit dem schwindenden Angebot zu steigen. Oft müssen Kunden unverrichteter Dinge wieder abziehen. Das gilt allerdings nur für die Gratis-Test-Kits. Die Apotheken können nichts für den Engpass. Der Präsident der Apothekerkammer Vorarlberg und des Österreichischen Apothekerverbandes, Jürgen Rehak, bitten nach wie vor um Geduld.

Es wird dauern

In der ersten Woche wurden insgesamt 20.000 Fünferpackungen verteilt in Vorarlberg. „Das ist definitiv eine überschaubare Zahl. Ich rechne damit, dass wir in diesem Monat noch etwa 230.000 solche Einheiten unters Volk bringen sollten“, ergänzt Rehak. Genaue Zahlen könne er aber nicht liefern. Denn viele lehnen Tests generell ab. Zudem gibt es mittlerweile auch eine hohe Anzahl an Menschen, die regelmäßig zu den Teststraßen gehen. In Sachen Lagerung sind die Tests recht unkompliziert. „Die halten bis zu zwei Jahre und mehr. Also zu viele können es gar nicht sein“, schmunzelt Rehak.

„Wir haben auch viele Anfragen für Reservierungen bekommen. Aber das ist für uns nicht machbar.“

Jürgen Rehak, Präsident der Apotheker­kammer

„Die anfänglichen Probleme waren ja offensichtlich. Weil ja nicht alle Apotheken die Tests am Montag bekommen haben. Viele haben die Tests am Nachmittag oder gar am Dienstag erst erhalten. Und dann mussten wir die noch konfektionieren. Das hat dann auch noch knapp einen Tag gedauert“, lässt Rehak die vergangene Woche Revue passieren. Es hat vereinzelte Kunden gegeben, die am Montag um 8 Uhr vor der Apotheke gestanden sind. Die mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. „Die meisten reagierten mit Verständnis und Geduld. In Zeiten wie diesen ist das nicht immer selbstverständlich“, so der Präsident der Apothekerkammer.

Die Tests, die da waren, sind dann auch sehr schnell abgeholt worden. „Meines Wissens waren am Mittwoch am Abend alle schon verteilt. Nur noch vereinzelte Apotheken hatten am Donnerstag welche“, ergänzt Rehak. Und nun warten alle auf die nächste Lieferung. Ursprünglich ging der Präsident der Apothekerkammer davon aus, dass in der ersten Woche möglicherweise eine zweite Lieferung kommen werde. Dem war nichts so. „Wir haben auch viele Anfragen für Reservierungen bekommen. Aber das ist für uns nicht machbar. Das würde jegliche Kapazität sprengen.“

Warten auf Tests

Auch diese Woche verzögern sich die Liefertermine, wie Rahak im Interview am Montag betont. „Bis jetzt haben wir noch nichts bekommen. Wir hoffen auf heute Nachmittag. Und dann werden wir sie wieder präparieren und bringen sie zur Verteilung.“ Die erste Lieferung betrug 2000 Tests pro Apotheke. Auch in den kommenden zwei Wochen wird das noch so sein. Erst danach soll sich die Liefermenge sukzessive steigern. „Ich weiß von Apotheken in Niederösterreich, die bereits die zweite Lieferung letzte Woche bekommen haben.“ Laut Rehak plant die Bundesregierung die Verteilaktion bis Ende Juni aufrechtzuerhalten. „Aber in der kommenden Wochen kommen die Tests schon fertig konfektioniert. Das macht unseren Aufwand wesentlich geringer.“ Denn mit dem Umpacken in Fünfereinheiten waren zwei Mitarbeiter einen Tag lang beschäftigt.

Bestellen statt Warten

„Zudem haben wir jetzt die Information bekommen, dass wir ab der dritten Woche dann bestellen sollen. Das heißt, jede einzelne Apotheke kann individuell die entsprechenden Mengen abrufen.“ Somit ist dann auch gewährleistet, dass mehr als die bisher 2000 Stück pro Apotheke abgegeben werden können. Der jetzige Engpass habe auch mit der kurzen Vorlaufzeit zu tun. „Ursprünglich hätte die Aktion eine Woche früher starten sollen. Das konnten wir vom Apothekerverband zum Glück abwenden. Dann wäre das Chaos perfekt gewesen.“

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.