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Ex-Mieter hat zwei Hasen nicht erschlagen

11.03.2021 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorbestrafter wurde rechtskräftig frei gesprochen. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Vorbestrafter wurde rechtskräftig frei gesprochen. Symbolbild/Hartinger

Angeklater hat Ex-Vermieterin nicht gestalkt und Hasen nicht getötet.

Der mit acht Vorstrafen belastete 45-Jährige ist auch schon einmal als Stalker verurteilt worden. Am Donnerstag aber wurde der von Alexander Fetz verteidigte Angeklagte am Landesgericht Feldkirch im Zweifel vom Vorwurf der beharrlichen Verfolgung freigesprochen. Ein Freispruch erging auch zu den Anklagepunkten Tierquälerei und gefährliche Drohung. Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher, das Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder akzeptierte, ist bereits rechtskräftig.

Provoziert gefühlt

Ausschlaggebend für die Freisprüche waren die, so die Richterin, teilweise nicht nur widersprüchlichen, sondern mitunter auch unwahren Angaben des mutmaßlichen Opfers. So behauptete die Zeugin vor Gericht wahrheitswidrig, sie habe in sozialen Medien nie schlecht über den Angeklagten gesprochen. Dabei hat die 38-Jährige ihren ehemaligen Mieter auf Facebook nachweislich etwa als Sozialfall bezeichnet. Dadurch habe sich der Angeklagte provoziert gefühlt und sie belästigt, meinte die Strafrichterin.
Das Mietverhältnis zwischen der 38-Jährigen und dem 45-Jährigen hat 2018 im Streit geendet. Danach soll er sie mit Anrufen und SMS belästigt haben. Aber nach Ansicht der Richterin nicht in einem Ausmaß, das den Tatbestand der beharrlichen Verfolgung erfüllt. An einem Tag allerdings hat der ledige Mann aus dem Bezirk Feldkirch seine Ex-Vermieterin nachweisbar neun Mal angerufen. Für die Richterin stand aber nicht fest, dass er dabei zu ihr gesagt hat, nun sei schon wieder einer ihrer Hasen tot. Und wenn sie in ihrem Garten nicht aufpasse, werde auch ihr Hund tot sein.

Genick gebrochen

Ungeklärt bleibt nach den Freisprüchen, wer im Vorjahr die beiden Kaninchen der Frau aus dem Bezirk Feldkirch erschlagen hat. Die 38-Jährige sagte, zuerst sei einem Hasen im Juni 2020 ein Ohr abgeschnitten worden. Wenige Tage später sei dem Tier ein Auge ausgestochen worden. Danach sei ihm das Genick gebrochen worden. Im September 2020 sei dann ein anderer ihrer Hasen erschlagen worden. Sie sei sich sicher, dass der Angeklagte der Tierquäler gewesen sei.

Weitere Anzeige wegen Stalking

Die Altenpflegerin hat auch schon einen anderen Mann als Stalker angezeigt, mehrfach sogar. Stets allerdings hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch die Strafverfahren gegen den 53-Jährigen eingestellt. Verteidiger Fetz sagte, er habe den Eindruck, dass die Frau nicht gestalkt werde, sondern selbst eine Stalkerin sei.

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