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Kinder weggenommen: Mutter schlug Beamten

12.03.2021 • 18:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Gegen Zahlung einer Geldbuße wird das Strafverfahren eingestellt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Gegen Zahlung einer Geldbuße wird das Strafverfahren eingestellt. Symbolbild/Hartinger

Emotionale Ausnahmesituation: Angeklagte kam mit ­Diversion davon.

Die 30-Jährige hat am 14. Dezember 2020 in ihrer Wohnung vergeblich versucht, die behördliche Abnahme ihrer beiden kleinen Kinder zu verhindern. Dabei schlug die Bregenzerin einen Mitarbeiter des Jugendamts der Bezirkshauptmannschaft. Das trug der jungen Frau, deren Vorstrafen inzwischen getilgt sind, eine Anklage wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt ein.
Beim Strafprozess am Freitag am Landesgericht Feldkirch wurde der unbescholtenen und Verantwortung für ihr Fehlverhalten übernehmenden Angeklagten eine Diversion gewährt. Wenn sie dem Gericht als Geldbuße 560 Euro überweist, wird das Strafverfahren eingestellt werden. Der gerichtliche Beschluss zur diversionellen Erledigung, mit dem die von Lisa Ramsauer verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann einverstanden waren, ist rechtskräftig. Für den Fall eines Schuldspruchs hätte der Strafrahmen bis zu drei Jahre Gefängnis betragen. Richter Georg Furtschegger sagte, eine Diversion sei hier ausnahmsweise möglich, weil sich die Angeklagte bei der behördlich angeordneten Wegnahme ihrer Kinder in einer nachvollziehbaren emotionalen Ausnahmesituation befunden habe.

Vater schlug Kind

Das BH-Jugendamt reagierte mit der Wegnahme der Kinder auf einen Vorfall, bei dem der Vater der Kinder in der Wohnung eines seiner Kinder geschlagen haben soll. Die Kinder wurden über Weihnachten drei Wochen lang in einer Pflegefamilie untergebracht. Sie leben derzeit bei einer ihrer Großmütter. Das gerichtliche Sorgerechtsverfahren sei noch anhängig, teilte Verteidigerin Ramsauer mit.
Die Verteidigerin berichtete, die Angeklagte sei drogenabhängig gewesen und befinde sich im Substitutionsprogramm. Der Vater der Kinder habe ein Alkoholproblem und sei schon früher mit einem Betretungsverbot für die Wohnung, in der seine Kinder und die Kindesmutter leben, belegt worden.