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3,5 Millionen Euro für Unternehmensausbau

15.03.2021 • 18:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schmelzfäden für 3D-Drucker werden bei Extrudr hergestellt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Schmelzfäden für 3D-Drucker werden bei Extrudr hergestellt. Hartinger

Beim Filament-Hersteller Extrudr wird kräftig investiert.

Der Filament-Hersteller Extrudr FD3D GmbH mit Hauptsitz in Lauterach braucht mehr Platz. Nachdem das Unternehmen im Vorjahr den Umsatz um 120 Prozent auf 3,1 Millionen Euro gesteigert hat, steht jetzt die Inbetriebnahme eines zweiten Produktionswerkes in Lustenau auf der Agenda. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Marco Depaoli im wpa-Gespräch erklärte, beabsichtige man auf dem ehemaligen Firmenareal von Alge Elastic die Anmietung der Hallen 5 und 6 mit einer Nutzfläche von rund 2800 Quadratmetern. Gegenwärtig seien die Behördenverfahren am Laufen. Gibt es grünes Licht, so sei die Inbetriebnahme noch im ersten Halbjahr 2021 geplant. Das neue Mietverhältnis wurde auch von Nicola Alge, Geschäftsführerin der Liegenschaftsbesitzerin Gral Holding GmbH, bestätigt.

Extrudr FD3D GmbH

Die Extrudr FD3D GmbH gehört über Zwischengesellschaften den beiden Geschäftsführern Johannes Früh (Jg. 1988) und Marco Depaoli (Jg. 1987). Die beiden Unternehmer haben ihre Firma im Jahr 2014 noch zu Studienzeiten gegründet.

In Lustenau soll zukünftig der Bereich Extrusion beziehungsweise die Herstellung der Filamente konzentriert werden. „Wir platzen in Lauterach aus allen Nähten“, sagt Depaoli zu den Gründen für den zweiten Standort. Am Stammsitz in Lauterach werde man zeitgleich die Bereiche Entwicklung und Maschinenbau ausbauen. Dazu werde auch entsprechend in die Anschaffung von neuen CNC-Anlagen investiert. Das Investitionsvolumen für die Inbetriebnahme des zweiten Standortes und die Erweiterung des Maschinenparks in Lauterach beziffert Depaoli mit rund 3,5 Millionen Euro.

Umsatz deutlich gesteigert

Die im Verhältnis zum Jahresumsatz hohe Investitionssumme begründet Depaoli mit den deutlichen Wachstumsprognosen. So habe die Extrudr FD3D GmbH im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal den Umsatz um 80 Prozent gesteigert. Für das Gesamtjahr wird ein Geschäftsvolumen von etwa fünf Millionen Euro erwartet. Das wäre ein Wachstum um über 60 Prozent. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 25 Mitarbeiter. „In den kommenden drei Jahren werden wir bis zu 40 neue Mitarbeiter benötigen“, berichtet Depaoli.

Die Geschäftsführer von Extrudr: Marco Depaoli (links) und Johannes Früh. <span class="copyright">Wisto</span>
Die Geschäftsführer von Extrudr: Marco Depaoli (links) und Johannes Früh. Wisto

Das Unternehmen ist auf die Produktion von sogenannten Monofilamenten spezialisiert. Dabei handelt es sich um Schmelzfäden aus Kunststoff, die in 3D-Druckern zum Einsatz kommen, um damit ein beliebiges Kunststoffteil zu produzieren. Diese Filamente werden auf Spulen aufgerollt und so an die Kunden ausgeliefert. Extrudr hat über 4000 verschiedene Filamente mit unterschiedlichen Eigenschaften im Angebot.

Ziel: So viel vertikale Integration wie möglich

Die Firma produziert auch die für die Herstellung der Filamente notwendigen Maschinen selbst. Zudem beabsichtige man, die Spulen zum Aufrollen der Filamente ebenfalls bald inhouse herzustellen. „Unser Ziel ist so viel vertikale Integration wie möglich, um unabhängig zu sein“, erklärt Depaoli. Fast 80 Prozent des Umsatzes erzielt Extrudr mit dem eigenen Onlineshop und mit spezialisierten Online-Fachhändlern.

Zukunftsanwendungen

Gleichzeitig wolle die Extrudr FD3D GmbH zukünftig auf der Angebotsseite aber auch etwas mehr in die Breite gehen. So könnten die so erzeugten Produkte beispielsweise auch für das Bespannen von Tennisschlägern, für die Herstellung von Rasentrimmfäden oder für die Produktion von Medizinprodukten verwendet werden. „Es geht dabei immer um die gleiche Technologie, nämlich um die Extrusion“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Bei den genannten möglichen Zukunftsanwendungen bräuchte der Kunde nicht immer einen 3D-Drucker für die weitere Verarbeitung, auch wenn es sich nach wie vor um Halberzeugnisse handle.
Günther Bitschnau/wpa