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Tierquälerei: Wundes Rind liegen gelassen

15.03.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einem seiner Rinder hat der damalige Pächter einer Bregenzerwälder Alpe nach den gerichtlichen Feststellungen im April 2019 mit mangelhafter Betreuung unnötige Qualen zugefügt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Einem seiner Rinder hat der damalige Pächter einer Bregenzerwälder Alpe nach den gerichtlichen Feststellungen im April 2019 mit mangelhafter Betreuung unnötige Qualen zugefügt. Hartinger

Trotz Geschwüren keinen Tierarzt geholt: Geldstrafe für 47-Jährigen.

Einem seiner Rinder hat der damalige Pächter einer Bregenzerwälder Alpe nach den gerichtlichen Feststellungen im April 2019 mit mangelhafter Betreuung unnötige Qualen zugefügt.

Demnach hat der Nebenerwerbslandwirt das Tier im Stall mit zu wenig Einstreu versorgt. Dadurch lag der Stier laut Urteil zwei bis drei Wochen lang wund, bei ihm bildeten sich Druckstellen mit Geschwüren. Obwohl das Rind nach Ansicht der Richterin nicht mehr aufstehen konnte, ließ der Angeklagte es unbehandelt und holte keinen Tierarzt zu Hilfe.

Tierquälerei

Das trug dem vorbestraften Angeklagten in der Hauptverhandlung am Montag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der Tierquälerei ein. Dafür wurde der 47-jährige Nebenerwerbslandwirt mit geringem Einkommen zu einer teilbedingten Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 640 Euro (160 Tagessätze). 320 Euro (80 Tagessätze) wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe belief sich auf zwei Jahre Haft.

Gutachten nicht aussagekräftig

Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf, akzeptierte aber das erstinstanzliche Urteil, weil er nach eigenen Angaben kein Geld für eine Berufung hat. Strafrichterin Claudia Hagen stützte sich auf ein von ihr in Auftrag gegebenes veterinärmedizinisches Gutachten. Demnach ließ sich nach der langen Zeit jedoch nicht mehr feststellen, warum der Stier letztlich verendet war.

Der Sachverständige konnte nicht mit Bestimmtheit feststellen, ob das Rind das Wundliegen nicht überlebt hat oder an einer anderen Krankheit gestorben ist. Deshalb wurde der Angeklagte nicht im Sinne des Strafantrags schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch warf dem Schweizer sogar vor, er habe das Tier verhungern lassen.

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