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Wiederaufbau soll im Sommer starten

18.03.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. <span class="copyright">ÖVP/Studio Fasching</span>
Die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. ÖVP/Studio Fasching

Neun Millionen Euro für neue Ausweichschule in Dornbirn Fischbach.

Die bei einer Explosion im vergangenen Oktober völlig zerstörte Ausweichschule in Dornbirn Fischbach wird ab Sommer wieder aufgebaut. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht für die weiteren Vorbereitungsarbeiten gegeben. Ebenso wurde festgelegt, dass der Neubau nun auch mit einem Turnsaal ausgestattet werden soll. Dieser wird einerseits von den Schülerinnen und Schülern genutzt. Andererseits sollen die Räumlichkeiten auch Vereinen zur Verfügung stehen. Um den Turnsaal unterbringen zu können, wird die Ausweichschule um ein zusätzliches Stockwerk erweitert, berichtete Bürgermeis­terin Andrea Kaufmann (ÖVP). Die weiteren Detailplanungen sollen in den kommenden Wochen durchgeführt werden, um dann mit dem Bau starten zu können. „Da die Schule wieder als Holzbau errichtet wird, rechnen wir derzeit mit der Fertigstellung im Sommer des kommenden Jahres“, ergänzte die Bürgermeisterin.

Die Schule wurde bei der Explosion und dem darauffolgenden Brand komplett zerstört. <span class="copyright">apa</span>
Die Schule wurde bei der Explosion und dem darauffolgenden Brand komplett zerstört. apa

Die Ausweichschule war nach Angaben der Stadtverantwortlichen in den vergangenen zehn Jahren eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Dornbirner Schulraumkonzepts. Schließlich konnten dort jene Schulklassen vorübergehend untergebracht werden, an deren Bildungseinrichtungen Sanierungen oder Erweiterungen durchgeführt wurden. Zuletzt wurden Kinder aus der Volksschule Haselstauden in Fischbach unterrichtet. Nun gehe es darum, das Gebäude möglichst rasch wieder aufzubauen, denn die zusätzlichen Räumlichkeiten würden auch in den kommenden Jahren noch dringend benötigt. Schließlich wird nach dem Neubau der Volksschule Forach das Sanierungsprogramm bei den Pflichtschulen fortgesetzt.

Zusätzliches Stockwerk

Beim Wiederaufbau wird erneut auf Holzbauweise gesetzt. Auch das durch die Gasexplosion und den darauf folgenden Brand zerstörte Gebäude war so errichtet worden. Für den Neubau werden die wiederverwendbare Bodenplatte und Fundierung genutzt. Die gewählte Systembauweise aus Holz erlaubt neben einer hohen Modularität der Bauteile auch die Möglichkeit, Bauteile vorzufertigen, heißt es seitens der Stadt. Eine Dachbegrünung und eine Fotovoltaikanlage sollen zudem die Klimabilanz der Kommune verbessern. Das Raumprogramm entspricht in weiten Teilen dem der alten Schule. Neu ist allerdings ein zusätzliches Stockwerk, in dem eine Kleinturnhalle mit weiteren Nebenräumen integriert werden kann.

So soll die neue Schule aussehen. Sie wird ein Stockwerk mehr haben als die vorherige. <span class="copyright">Stadt Dornbirn</span>
So soll die neue Schule aussehen. Sie wird ein Stockwerk mehr haben als die vorherige. Stadt Dornbirn

Bei der Errichtung wolle man den heimischen Handwerksbetrieben eine Chance geben und auf regionale Rohstoffe setzen, erläuterte Hochbaustadtrat Christoph Waibel (FPÖ). Da die Vorbereitungen für das Projekt großteils im Rathaus erfolgten, sei auch gewährleistet, dass eine Umsetzung rasch erfolgen kann.Insgesamt werden rund neun Millionen Euro für den Neubau fällig. Abzüglich der Versicherungsleistung und verschiedener Fördermöglichkeiten bleiben für die Stadt rund 1,3 Millionen Euro an Kosten übrig.

Unglücksnacht im Oktober

Die Explosion in der Ausweichschule Fischbach hatte sich in der Nacht auf den 18. Oktober des Vorjahres ereignet. Die Druckwelle war noch in mehreren hundert Metern Entfernung von der Bildungseinrichtung zu spüren. In weiterer Folge wurde die Schule durch einen Brand vollends zerstört. Zwei Passanten wurden bei dem Vorfall verletzt. Mehrere umliegende Gebäude – auch das Feuerwehrhaus – wurden beschädigt. Ausgangspunkt der Explosion war die Gasversorgungsanlage im Technikraum der Schule. Derzeit entscheidet die Staatsanwaltschaft darüber, ob und gegen wen Anklage erhoben wird.

Weitere Stimmen

Erfreut zeigten sich Vizebürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) und Hochbau­stadtrat Christoph Waibel (FPÖ) in Aussendungen über den einstimmigen Beschluss zum Wiederaufbau der Ausweichschule Fischbach.

Das Gebäude werde noch weitere Jahrzehnte benötigt, um Schulsanierungen durchführen zu können, meinte Vizebürgermeister Fäßler. Besonders freut ihn, dass „endlich auch die Bürgermeisterin der von uns geforderten Errichtung einer Turnhalle bzw. Bewegungsräumlichkeit bei der Ausweichschule gefolgt“ ist. Denn auch die Ausweichmöglichkeit in der ehemaligen Textilfabrik Hämmerle sei keine dauerhaft gesicherte Lösung. Nun gehe es darum, den Neubau rasch umzusetzen.

Baustadtrat Waibel bedankte sich vor allem bei den Mitarbeitern „seiner“ Hochbauabteilung. Diese hätten in gutem Zusammenspiel mit dem Team der Finanzabteilung die Pläne für den Neubau erstellt. Besonders erfreulich ist für den Freiheitlichen, dass durch das zusätzliche Stockwerk mit dem Turnsaal lediglich Mehrkosten von rund 336.000 Euro für die Stadt zusammenkommen. Ein nachträglicher Einbau einer Turnhalle hätte rund vier Millionen Euro gekostet, meinte Waibel.