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Strengere Regeln in Nachbarländern

20.03.2021 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Sams

Lockerungsschritte sind in beiden Regionen derzeit noch nicht in Sicht.

Während die Corona-Schutzmaßnahmen in Vorarlberg diese Woche gelockert worden sind, ist die Lage in den anderen Ländern in der Bodenseeregion angespannter. Sowohl im Schweizer Kanton St. Gallen als auch in den bayerischen Landkreisen Lindau und Oberallgäu gelten zum Großteil strengere Regelungen als im Ländle. Mögliche Öffnungsschritte ab Montag sind in den betroffenen Regionen mittlerweile kein Thema mehr. In der Schweiz erteilten am Freitag die Verantwortlichen im Bund größeren Lockerungen der bestehenden Maßnahmen eine Absage. Die Gastronomie bleibt weiterhin geschlossen. Geschäfte, Museen und Bibliotheken haben dagegen bei beschränkter Besucherzahl geöffnet. Draußen dürfen sich 15 Personen treffen, bei privaten Treffen im Innenraum dagegen nur fünf Personen. Veranstaltungen sind weiterhin verboten. Zudem gilt eine Homeoffice-Pflicht.

Appell aus der Ostschweiz

Wie in Österreich entwickeln sich die Infektionszahlen aber im Vergleich der Regionen sehr unterschiedlich. Im Kanton St. Gallen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag laut www.srf.ch mit 84,4 deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 111,7. Aus diesem Grund haben sich diese Woche die Verantwortlichen der Ostschweizer Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Außerrhoden und Innerrhoden für weitere Lockerungsschritte ausgesprochen. So wurde etwa gefordert, die Restaurants ab Montag mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wieder zu öffnen. Zudem sollte die Homeoffice-Pflicht aufgehoben und in eine Empfehlung umgewandelt werden.
Die Zurufe aus der Ostschweiz blieben jedoch ungehört. Am Freitag beschloss der Schweizer Bundesrat, die bisherigen Beschränkungen weiterhin aufrechtzuerhalten. Lediglich bei privaten Treffen wird die zulässige Zahl der Teilnehmer am Montag von fünf auf zehn Personen angehoben. Am 14. April will der Bundesrat dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Verschärfungen

In Bayern sind die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung an den Wert der Sieben-Tage-Inzidenz gebunden (siehe Factbox). Sowohl im Landkreis Lindau als auch im Oberallgäu zeigt diese jedoch eine steigende Tendenz. Aus diesem Grund gelten im Oberallgäu seit dieser Woche sogar strengere Regelungen als zuvor. Am Dienstag übertraf die Sieben-Tage-Inzidenz am dritten Tag in Folge den Wert von 50. Seit Donnerstag gilt daher, dass Handelsgeschäfte wieder geschlossen sein müssen. Lediglich „Click and meet“ ist möglich. Kunden dürfen nur nach vorheriger Terminvereinbarung empfangen werden. Dazu müssen pro Kunde 40 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen.

Krank trotz Impfung

Im Landkreis Lindau bereitet derzeit vor allem die Ausbreitung der hochansteckenden britischen Virusmutation Probleme, berichtete Landrat Elmar Stegmann am Donnerstag. Zudem wurde bekannt, dass eine bereits geimpfte Person an Covid-19 erkrankt ist. Die Erstimpfung sei Ende Jänner mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erfolgt, die Zweitimpfung Mitte Februar. Die Person zeige deutliche Symp­tome der Erkrankung, müsse aber nicht ärztlich behandelt werden. Der oder die Betroffene habe sich bereiterklärt, an einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) teilzunehmen, um der Sache weiter auf den Grund zu gehen, heißt es seitens des Landratsamts. Es wurde darauf hingewiesen, dass die zugelassenen Impfstoffe zwar eine gute Wirksamkeit hätten, es aber dennoch zu einer Covid-19-Erkrankung kommen könne.

Bayerische Regelung

In Bayern gibt es seit 8. März stufenweise Beschränkungen abhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz im Land- oder Stadtkreis. Den größten Freiraum gibt es, wenn dieser Wert unter 50 liegt. Strengere Regelungen gelten zwischen 50 und 100. Ab einem Wert von 100 erfolgt eine „Notbremsung“ mit den strengsten Beschränkungen, die auch eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr beinhalten. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über oder unter einem der Grenzwerte, wechselt die Einstufung entsprechend. Dann gelten strengere oder lockerere Regelungen. Ab Montag sind weitere Öffnungsschritte möglich – unter anderem die Öffnung im Außenbereich der Gastronomie. Allerdings muss dafür die Sieben-Tage-Inzidenz zwei Wochen lang täglich unter 50 beziehungsweise 100 gelegen sein.

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