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Zehnjähriges Mädchen um Nacktfoto gebeten

22.03.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Über WhatsApp hat der 21-Jährige mit dem zehnjährigen Mädchen kommuniziert. <span class="copyright">Reuters</span>
Über WhatsApp hat der 21-Jährige mit dem zehnjährigen Mädchen kommuniziert. Reuters

Vorbestrafter 21-Jährige zu bedingter, viermonatiger Haft verurteilt.

Beim Chatten über WhatsApp hat der geständige 21-Jährige im Oktober 2020 über mehrere Tage hinweg ein zehnjähriges Mädchen mehrmals vergeblich darum gebeten, ihm Nacktfotos von sich selbst zu schicken. Das trug ihm am Montag beim Strafprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen ein. Der englische Fachbegriff dafür lautet Cybergrooming.

Zudem hat der dazu nicht geständige junge Mann aus dem Bezirk Dornbirn nach Ansicht des Richters ein Foto mit Kinderpornografie auf seinem Smartphone besessen. Damit machte er sich des Vergehens der pornografischen Darstellung Minderjähriger schuldig.

Dafür wurde der mit einer einschlägigen Vorstrafe belastete Angeklagte zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von vier Monaten verurteilt. Der Arbeiter muss Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und sich einer Sexualtherapie unterziehen. Sonst muss er die Freiheitsstrafe doch verbüßen. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Als Teilschmerzengeld hat der 21-Jährige dem zehnjährigen Mädchen 1000 Euro zukommen zu lassen.

Versuchter sexueller Missbrauch

Zudem hat der Angeklagte 480 Euro aus einer offenen Vorstrafe zu bezahlen. Denn 2018 wurde über ihn am Landesgericht Feldkirch wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen eine teilbedingte Geldstrafe von 960 Euro verhängt. Davon hatte er 480 Euro dem Gericht zu überweisen. Die anderen 480 Euro wurden ihm ursprünglich für eine Probezeit von drei Jahren bedingt gewährt. Der damals 18-Jährige hatte 2017 auf WhatsApp einer 17-jährigen Bekannten erfolglos 100 Euro für Sex mit ihm angeboten.

Wegen Cybergroomings wurde schon in der Vergangenheit einmal ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten geführt. Für die verbotene Anbahnung von Sexualkontakten zu drei unmündigen Mädchen hatte die Staatsanwaltschaft Feldkirch ihm damals noch eine Diversion gewährt.

Richter: Kinder im Internet schützen

Richter Martin Mitteregger sagte bei der Hauptverhandlung am Montag, der Angeklagte verfüge über eine gewisse kriminelle Energie. Er müsse sich als Bewährungsauflage einer Sexualtherapie unterziehen. Kinder müssten im Internet vor Tätern wie ihm geschützt werden. Die Verhängung einer Geldstrafe zusätzlich zur bedingten Haftstrafe sei deshalb nicht notwendig gewesen, weil die frühere Geldstrafe aus der Vorstrafe widerrufen worden sei.

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