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Verkauf der fvv beschäftigt Gericht

23.03.2021 • 18:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Landesgericht wird rund um den Verkauf der fvv-Vorarlberger Versicherungsmakler GmbH verhandelt. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Am Landesgericht wird rund um den Verkauf der fvv-Vorarlberger Versicherungsmakler GmbH verhandelt. Klaus Hartinger

Käufer klagt seit zwei Jahren wegen offener Fragen und des Kaufpreises.

Rund um den vor mehr als drei Jahren erfolgten Verkauf der danach in die Insolvenz geschlitterten fvv-Vorarlberger Versicherungsmakler GmbH in Götzis sind am Landesgericht Feldkirch mehrere zivilrechtliche Klagen des Käufers gegen die früheren Eigentümer respektive Verkäufer anhängig. Sie laufen seit 2019 und sind bis heute noch nicht entschieden. Diesbezügliche wpa-Informationen bestätigte Richter Norbert Stütler, Pressesprecher am Landesgericht Feldkirch, auf wpa-Anfrage.

Zuerst der Verkauf, dann der Konkurs

Die fvv-Vorarlberger Versicherungsmakler GmbH (früherer Marktauftritt “First”) wurde 2014 unter maßgeblicher Beteiligung der Vorarlberger Landesversicherung VLV, der Helvetia Versicherungen AG, des Immobilienprojektentwicklers ZM3 und des geschäftsführenden fvv-Gesellschafters Helmut Scholler gegründet. Bereits im Herbst 2017 wurde der Versicherungsmakler dann wie berichtet zur Gänze an den Bludenzer Immobilienmakler Riffler & Partner GmbH verkauft. Wenige Monate später, im April 2018, schlitterte die fvv-Vorarlberger Versicherungsmakler GmbH in Konkurs.

Der Käufer, die Riffler & Partner GmbH, hat im Herbst 2017 ebenfalls den Eigentümer gewechselt. Sie gehört jetzt zu jeweils 50 Prozent der Berkmann ID GmbH in Hittisau und der EFM Versicherungsmakler AG in Graz. Der Sitz befindet sich nunmehr in Hittisau. Ihr Geschäftsführer Philipp Berkmann erklärte im wpa-Gespräch, dass man gegen beinahe alle früheren fvv-Eigentümer Klage eingebracht habe. “Es geht dabei um offene Fragen rund um den Verkauf der Firmenanteile”, so Berkmann. Für detailliertere Stellungnahmen wolle man den Verlauf des Verfahrens abwarten.

Rückzahlung des Kaufpreises

Helmut Scholler, der frühere geschäftsführende fvv-Gesellschafter, sagte auf wpa-Anfrage, dass es bei den Klagen um den Verkauf des Versicherungsmaklers fvv und den damit verbundenen Kaufpreis gehe. Auch er wolle bis zum Abschluss des Verfahrens keine weiteren Informationen bekannt geben. VLV-Vorstandsdirektor Klaus Himmelreich bestätigte ebenfalls eine Klage gegen die VLV. “Es wird die Rückzahlung des gesamten Kaufpreises gefordert.”

Gute Nachrichten von der Insolvenzfront

Für die Gläubiger im Konkursverfahren der fvv-Vorarlberger Versicherungsmakler GmbH gibt es unterdessen angesichts der Umstände etwas bessere Nachrichten. Gemäß Insolvenzdatei hat der Masseverwalter einen Zwischen-Verteilungsentwurf mit einer Quote von 20 Prozent insolvenzgerichtlich genehmigt bekommen. Nach Angaben von Regina Nesensohn, der Leiterin des KSV1870, belaufen sich die anerkannten Forderungen auf rund 940.000 Euro.

Aufgrund noch andauernder Versicherungsläufe und damit zusammenhängender Provisionen gehe man davon aus, dass das Verfahren in etwa zwei Jahren abgeschlossen werden könne. Dabei dürfe man am Ende mit einer noch höheren Quote rechnen, so Nesensohn.

Günther Bitschnau/wpa