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Nahwärme Lauterach in Kärntner Hand

30.03.2021 • 19:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Biomasse-Heizkraftwerk hat nun einen Mehrheitseigentümer. <span class="copyright">Gemeinde lauterach</span>
Das Biomasse-Heizkraftwerk hat nun einen Mehrheitseigentümer. Gemeinde lauterach

Vier private Miteigentümer verkauften Anteile. Gemeinde hält 25 Prozent.


Beim Biomasse-Heizkraftwerk Bio-Nahwärme Lauterach gibt es mit dem Kärntner Energieversorgungsunternehmen Kelag einen neuen Mehrheitseigentümer. Darüber informierte Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg. Die KELAG (Kärntner Elektrizitäts-AG) halte zukünftig 75 Prozent der Firmenanteile an der Bio-Nahwärme Lauterach. Die restlichen 25 Prozent verbleiben wie bisher bei der Marktgemeinde Lauterach. Die dafür notwendigen Beschlüsse seien in der Gemeindevertretung einstimmig erfolgt. Ob sich die Marktgemeinde zukünftig auch von ihren Anteilen trennen werde, ließ Rhomberg offen. „Jetzt bleiben wir einmal bis auf Weiteres an Bord.“

Kelag

Die Kelag (Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft) Energie & Wärme GmbH ist ein Tochterunternehmen des Kelag-Konzerns und ist der größte österreichweit tätige Anbieter von Wärme auf Basis von Biomasse und industrieller Abwärme sowie Lieferant für Großkunden im Strom- und Gasbereich.

Vier ehemalige Miteigentümer

Die Änderung auf der Eigentümerseite sei auf den Rückzug der vier bisherigen privaten Miteigentümer zurückzuführen, die zusammen jene 75 Prozent der Anteile hielten, die jetzt der Kelag gehören. „Die privaten Miteigentümer haben sich dazu entschieden, ihre Anteile zu veräußern, weil sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen“, so Rhomberg. Es handelt sich dabei um ein Tochterunternehmen der Firmengruppe i+R, um die Intemann GmbH, die Flatz GmbH sowie die Raiba Bodensee-Leiblachtal.

Elmar Rhomberg, Bürgermeister in Lauterach.  <span class="copyright">Gemeinde lauuterach</span>
Elmar Rhomberg, Bürgermeister in Lauterach. Gemeinde lauuterach

Man habe den Verkaufsprozess für die Mehrheitsanteile vor etwa einem Jahr eingeleitet und mit der Kelag jetzt einen Partner gefunden, der in Österreich 84 Fernwärmenetze und 900 Heizzentralen betreibt. Konkret erfolgte die Übernahme durch die Kelag Energie & Wärme GmbH aus Villach, einem Tochterunternehmen der Kelag AG. Das Unternehmen verkauft pro Jahr rund 1,8 Milliarden Kilowattstunden Wärme und beschäftigt 240 Mitarbeiter.

Erstes Engagement in Vorarlberg

„Wir freuen uns, dass wir damit einen richtigen Profi aus der Branche gewinnen konnten“, so Rhomberg über das erste Engagement der Kelag in Vorarlberg. Das befruchte auch den Markt der Energieanbieter in Vorarlberg. Mit dem neuen Mehrheitseigentümer wolle man das Fernwärmenetz im Gemeindegebiet und im neuen Betriebsgebiet in den kommenden Jahren massiv ausbauen. Gegenwärtig werden pro Jahr rund sechs Millionen Kilowattstunden an die Kunden geliefert. Etwa 60 Gebäude sind in Lauterach an das Biowärme-Netz angeschlossen.

„Die Miteigentümer haben ihre Anteile veräußert, weil sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen.“

Elmar Rhomberg, Bürgermeister

Zukünftig werde der bisherige Geschäftsführer Reinhard Karg von Co-Geschäftsführer Thomas Fussenegger unterstützt. Der gebürtige Vorarlberger arbeite seit vielen Jahren für die Kelag Energie & Wärme GmbH und führe unter anderem die Geschäfte der Biowärme Imst GmbH. Mit der bisherigen Arbeit von Karg zeigt sich Rhomberg sehr zufrieden. „Das Unternehmen hat sich unter seiner Geschäftsführung sehr gut entwickelt.“