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Testpflicht: Aufatmen im Leiblachtal

31.03.2021 • 19:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Lochauer Bürgermeister Frank Matt bedankte sich am Mittwoch mit Schoko-Osterhasen bei den Einsatzkräften. <span class="copyright">Gemeinde Lochau</span>
Der Lochauer Bürgermeister Frank Matt bedankte sich am Mittwoch mit Schoko-Osterhasen bei den Einsatzkräften. Gemeinde Lochau

Ausreisetests nicht verlängert, nachdem sich Lage stabilisiert hat.

Große Erleichterung herrschte am Mittwoch in den fünf Gemeinden des Leiblachtals. Am Vormittag wurde seitens des Landes bekannt gegeben, dass die seit vergangener Woche gültige Ausreisetestpflicht nicht verlängert wird. Diese ist somit heute um Mitternacht ausgelaufen. Es sei gelungen, die Infektionslage zu stabilisieren, teilte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) mit. Die Landesregierung habe daher keine Notwendigkeit mehr gesehen, die verpflichtenden Ausreisetests aufrecht zu erhalten. Wallner erneuerte jedoch – gerade im Hinblick auf das bevorstehende Osterwochenende – seinen Appell zur Vorsicht bei Zusammenkünften. Zudem solle weiterhin von denTestmöglichkeiten intensiv Gebrauch gemacht werden.

Cluster in Schulen und Kindergärten

Die verpflichtenden Tests bei der Ausreise aus dem Leiblachtal waren am vergangenen Donnerstag eingeführt worden, nachdem es mehrere Corona-Cluster in Schulen und Kindergärten in Lochau und Hörbranz gegeben hatte. Dabei wurde auch ein recht hoher Anteil an Infektionen mit Virus-Mutationen festgestellt. Allerdings war die Testpflicht von Anfang an bis 31. März befristet, hätte aber verlängert werden können.

Der Lochauer Gemeindechef Frank Matt (Grüne) stattete den Mitarbeitern an den Kontrollstellen am Mittwoch einen Besuch ab und dankte ihnen für ihren Einsatz jeweils mit einem Schokolade-Osterhasen. Die vergangene Woche sei herausfordernd gewesen, meinte Matt in einer Aussendung. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten sei es jedoch gelungen, „mit Lichtgeschwindigkeit“ Kontrollposten zu errichten, Testmöglichkeiten zu schaffen und freiwillige Mitarbeiter zu finden. Einschränkungen kämen natürlich nicht bei allen gut an. Allerdings sei es gelungen, rasch auf Kritik und Änderungswünsche zu reagieren. Auch wenn die Infektionszahlen im Leiblachtal derzeit sinken würden, rief der Bürgermeister weiterhin zur Vorsicht auf.

An insgesamt drei Punkten wurde bei der Ausreise aus der Talschaft kontrolliert, ob die Betroffenen einen negativen Corona-Test vorweisen konnten. Durchgeführt wurden die Kontrollen von Polizei und Bundesheer. Ein Antigen-Test durfte nicht älter als 48 Stunden und ein PCR-Test nicht älter als 72 Stunden sein. Von Donnerstag bis Dienstag (20 Uhr) wurden laut Landespolizeidirektion insgesamt 76.741 Kontrollen durchgeführt. 916 Personen wurden dabei zurückgewiesen, weil sie keinen negativen Test vorweisen konnten. Zudem gab es 167 Zurückweisungen gemäß der Covid-19-Einreiseverordnung.

Durch die Kontrollen kam es zu Verkehrsbehinderungen bei der Ausreise aus dem Leiblachtal. <span class="copyright">Hartinger</span>
Durch die Kontrollen kam es zu Verkehrsbehinderungen bei der Ausreise aus dem Leiblachtal. Hartinger

Das sofortige, schnelle Eingreifen habe sich rückblickend als richtige Entscheidung herausgestellt, teilten Wallner und Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) am Mittwoch mit. Nachdem sich die Lage stabilisiert habe, sei die Zahl der aktiv positiv Getesteten in den vergangenen Tagen sogar zurückgegangen. Es sei in enger Kooperation mit den fünf betroffenen Gemeinden gelungen, das Virus zurückzudrängen. Am Mittwoch wurden aus dem Leiblachtal insgesamt noch 92 Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Samstag waren es noch 115 gewesen. In 45 der Fälle wurde das Vorliegen der britischen Mutation bestätigt.

18 positive Tests

Als Folge der Ausreisetestverpflichtung wurden auch die Testkapazitäten im Leiblachtal massiv erhöht. Von Mittwoch vergangener Woche bis gestern Nachmittag wurden in der Region rund 24.300 Tests durchgeführt. Am Abend dürfte anhand der vorliegenden Anmeldungen die 25.000er-Marke geknackt worden sein. In Hörbranz – der bevölkerungsreichsten Gemeinde im Leiblachtal – wohnen etwa 6500 Menschen. 18 der durchgeführten Tests waren positiv. Die Vertreter der Landesregierung bedankten sich bei der betroffenen Bevölkerung für die hohe Bereitschaft, sich tes­ten zu lassen. Nur dadurch sei es möglich gewesen, rasch einen Überblick über das Infektionsgeschehen vor Ort zu gewinnen und die Lage zu stabilisieren.

Der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser (TOP – Transparent.Offen.Parteiunabhängig) meldete sich auf Facebook zu Wort. Auch er bedankte sich bei allen Beteiligten und Betroffenen für ihren Einsatz und ihre Mitarbeit. „Offenbar konnten wir das große Clus­ter rechtzeitig fassen und eine weitläufige Ausbreitung verhindern“, schrieb Kresser. Einmal mehr habe sich gezeigt, „dass wir das alles nur gemeinsam schaffen“.

Die im Hörbranzer Leiblachtalsaal eingerichtete Landes-Teststation bleibe noch bis Karsamstag (22 Uhr) geöffnet. Das Testangebot in den Gemeinde-Teststationen in Hörbranz, Lochau, Eichenberg, Hohenweiler und Möggers werde wie bisher weitergeführt. Die in der Gemeinde Hörbranz geschlossenen Einrichtungen in der Kinderbetreuung werden nach den Osterferien wieder öffnen und ihren normalen Betrieb aufnehmen.