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Geldeintreiber als Räuber verleumdet

01.04.2021 • 08:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
19-Jähriger stellte Strafanzeige und behauptete Opfer eines Raubes geworden zu sein. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
19-Jähriger stellte Strafanzeige und behauptete Opfer eines Raubes geworden zu sein. Symbolbild/Shutterstock

Geldstrafe für 19-Jährigen, der Schuldenrückzahlung als Raub dargestellt hat.

Bei seiner Strafanzeige vor der Polizei im November 2020 hat der 19-Jährige behauptet, er sei beim Bregenzer Bahnhof Opfer eines Raubes geworden. Er sei unter Androhung von Gewalt gezwungen worden, beim Bankomaten Geld zu beheben und dem Räuber zu übergeben. Vom Täter kenne er nur den Spitznamen.

Schuldenrückzahlungen

Tatsächlich aber hat der 19-Jährige nach Ansicht des Richters bei einem vereinbarten Treffen lediglich seine Schulden beglichen. Demnach hat der 19-Jährige dem 21-jährigen Geldeintreiber 150 Euro zurückbezahlt.
Davon entfielen nach den gerichtlichen Feststellungen 50 Euro auf Schulden beim Geldeintreiber und 100 Euro auf Schulden bei einer gemeinsamen, 18-jährigen Freundin.
Damit hat der angeklagte 19-Jährige, so der Richter, den 21-jährigen Geldeintreiber vor der Polizei wahrheitswidrig als Räuber dargestellt.

Geldstrafe

Dafür wurde der unbescholtene Arbeitslose am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch wegen des Verbrechens der Verleumdung und des Vergehens der falschen Zeugenaussage zu einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.
Das Urteil, das der von Florin Reiterer verteidigte Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwältin drei Tage Bedenkzeit in Anspruch nahm. Der Strafrahmen für den jungen Mann betrug null bis fünf Jahre Haft. Die verhängte Geldstrafe entspricht fünf Monate Gefängnis.

Schriftliche Vereinbarung

Richter Richard Gschwenter sagte, der Angeklagte habe mit der 18-jährigen Gläubigerin nachweislich schriftlich vereinbart, dass er dem 21-jährigen Gläubiger beim Bregenzer Bahnhof die gesamten geliehenen Geldbeträge zurückgebe.
Der Angeklagte habe den vollen Namen des 21-jährigen Geldeintreibers gewusst und nicht nur dessen Spitznamen. Trotzdem habe der 19-Jährige vor der Polizei zunächst den Vorfall als an ihm begangenen Raub dargestellt.