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Gestohlene Fahne kam wieder retour

01.04.2021 • 19:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Dieter Egger und Vizebürgermeisterin Patricia Tschallener beim Hissen der Fahne vergangene Woche.    <span class="copyright">Stadt Hohenems</span>
Bürgermeister Dieter Egger und Vizebürgermeisterin Patricia Tschallener beim Hissen der Fahne vergangene Woche. Stadt Hohenems

Diebstahl der Hohenemser Regenbogenfahne wurde fragwürdig begründet.

Vergangene Woche gab die Stadt Hohenems bekannt, dass auf dem dortigen Schlossplatz als Zeichen für Vielfalt und Toleranz eine Regenbogenfahne gehisst wurde. Am Tag darauf war sie aber schon wieder weg – ein Schicksal, das in der vergangenen Woche eine Reihe derartiger Fahnen erlitten haben. Sie wurden gestohlen oder verbrannt (die NEUE berichtete).

Gestern informierte Bürgermeister Dieter Egger allerdings auf seiner Facebook-Seite, dass die Fahne wieder da ist: „Heute erhielten wir ein Paket mit der Fahne, 20 Euro für die zerschnittene Schnur und einem Entschuldigungsbrief“, ist da zu lesen. Für Egger „eine Geste, die Respekt verdient“.

Entschuldigungsschreiben

Neben einem längeren Statement des Bürgermeisters zum Vorfall ist auch das Entschuldigungs- und Begründungsschreiben der laut Egger „Verfasserin“ zu lesen. Darin steht unter anderem: „Meine Eltern konnten mich aber überzeugen, dass man auf eine aktionistische Politik nicht mit demselben primitiven Aktionismus antworten darf …“

Und weiter: „Festhalten möchte ich, dass das Herunterschneiden nichts mit einer homophoben Grundhaltung zu tun hat, sondern zum Denken anregen sollte, ob es nicht sachlichere Wege gibt, solche sensible Themenstellungen zu diskutieren.“ Und dann schreibt die Verfasserin noch: „Immerhin ist es kein Geheimnis, dass über viele Jahrzehnte hinweg viele Menschen durch homosexuellen Missbrauch in der Kirche schwerst traumatisiert wurden.“

Befremdliche Begründung

Dass in diesem Schreiben Homosexualität und sexueller Missbrauch in einen direkten Zusammenhang gebracht werden, wirkt allerdings mehr als befremdlich. Eine Vermischung, die vermutlich ein Grund dafür ist, warum (männliche) Homosexuelle Diskriminierungen ausgesetzt sind.

Darauf geht der Bürgermeis­ter in seiner Stellungnahme aber nicht ein. Er meint abschließend: „Was ich besonders großartig finde, dass man sein Verhalten auch mal hinterfragt, einen ‚Fehler‘ eingesteht und korrigiert. Das zeigt von Größe!“

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