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Wie Tierleid über Meere verschifft wird

02.04.2021 • 07:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Bild von Schafen auf einem Seeweg-Transport, das Animals International zugespielt wurde
Ein Bild von Schafen auf einem Seeweg-Transport, das Animals International zugespielt wurde Animals International

Der verstopfte Suezkanal lenkte den Blick für einen Moment auch auf etwas, das seit Langem Praxis ist.

Die Welt schaute nun auf den für eine Woche verstopften Suezkanal – der „Pfropfen“ war das 400 Meter lange Containerschiff „Ever Given“. Die Blockade des Nadelöhrs – Wasserweg zwischen Rotem Meer und Mittelmeer – führte dazu, dass sich Hunderte Schiffe auf beiden Seiten stauten.

Darunter: Ein Dutzend rumänische Frachter, die von Midia in Rumänien und von Cartagena in Spanien ablegten und schließlich mit lebenden Tieren feststeckten – nach Angaben von Tierschützern waren es insgesamt 130.000 Schafe: Wäre der Suezkanal weiter blockiert gewesen, wäre die Katastrophe an Bord der Frachter ob Hitze und drohender Seuchen vorprogrammiert gewesen – trotz Beteuerungen rumänischer Behörden, dass man noch für Tage Futter und Wasser gehabt hätte.

Der Suez-Stillstand auf Zeit lenkte den Blick auf etwas, das seit Jahrzehnten Usus ist: Lebendtiertransporte über die Meere im großen Stil, wie Gabriel Paun von der Organisation Animals International im Interview bestätigt: „Es gibt keine veterinärmedizinische Versorgung an Bord, wenn Tiertransporte aus Europa auf See in Drittländer unterwegs sind. Die europäischen Gesetze sind strenger für den Transport auf der Straße innerhalb der Europäischen Union. Sind die Tiere einmal auf einem Schiff, ist die Situation außer Kontrolle.“