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Verleumdung: Polizist ist kein Gewalttäter

06.04.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verleumdet hat der Minderjährige einen Polizisten und den Vater seines 16-jährigen Komplizen. Sy<span class="copyright">mbolbild/Klaus Hartinger</span>
Verleumdet hat der Minderjährige einen Polizisten und den Vater seines 16-jährigen Komplizen. Symbolbild/Klaus Hartinger

Unbescholtener 17-Jähriger verleumdete auch den Vater eines Komplizen.

Sein 21-jähriger Bruder wurde am Landesgericht Feldkirch wegen des Schmuggels und Verkaufs von rund 70 Kilogramm Marihuana zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Wenige Tage danach kam der 17-Jährige aus dem Bezirk Dornbirn rechtskräftig mit einer kombinierten Strafe davon.

Bedingte Haftstrafe

Der unbescholtene Jugendliche wurde wegen einer Vielzahl an Delikten am Landesgericht zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sieben Monaten und einer Geldstrafe von 600 Euro (150 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Die mögliche Höchststrafe wäre zweieinhalb Jahre Gefängnis gewesen. Schuldig gesprochen wurde der junge Arbeitslose wegen Verleumdungen, Einbruchsdiebstählen, Diebstählen, Sachbeschädigungen und unbefugten Gebrauchs von Mopeds.

Polizeigewalt war erfunden

Verleumdet hat der Minderjährige einen Polizisten und den Vater seines 16-jährigen Komplizen. Der Angeklagte gab zu, dass er den Polizisten zu Unrecht beschuldigt hatte, ihn geschlagen und dabei verletzt zu haben. Tatsächlich sei er über seine eigenen Füße gestolpert und deswegen zu Boden gestürzt.
Im Krankenhaus hatte der Patient behauptet, der Polizist habe ihn gepackt und vor die Dienststelle der Polizei geworfen. Sein Tatmotiv: „Ich dachte, ich komme damit durch, und kann ihm eins auswischen.“

Vater des Komplizen falsch beschuldigt

Falsch beschuldigt hat der Teenager auch den Vater seines Komplizen von den Einbrüchen und Sachbeschädigungen – weil er auf seinen 16-jährigen Mittäter wütend gewesen sei. Der Polizei gab er zu Protokoll, der Mann betreibe eine Indoorplantage mit 50 Cannabispflanzen. Deswegen nahm die Polizei eine genehmigte Hausdurchsuchung vor, entdeckte aber keine Plantage.

„Sie dürfen wählen“, bei politischen Wahlen, sagte die Richterin zum 17-Jährigen, „und Sie müssen wählen“, ob er in seinem Leben mit weiteren Straftaten wie sein Bruder ebenfalls eine unbedingte Haftstrafe riskieren wolle.