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Wintersportlers Freud, Bauers Leid

07.04.2021 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wintereinbruch in Bildstein. Aber auch in Feldkirch gab es neun Zentimeter Neuschnee. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Wintereinbruch in Bildstein. Aber auch in Feldkirch gab es neun Zentimeter Neuschnee. Klaus Hartinger

Schnee im April, Obstbauern treibt die Witterung Sorgenfalten ins Gesicht.

Es dürfte eine der bekanntesten Bauernregeln sein: April, April, der macht, was wer will. Einmal klettern die Temperaturen auf sommerliche Grade, kurz darauf wird es eisig kalt und es fällt Schnee – wie aktuell. Das Intermezzo des Winters hat selbst Feldkirch über Nacht mit neun Zentimetern Schnee bedeckt und minus vier bis minus fünf Grad beschert.
„Es kommt alle ein bis zwei Jahre vor, dass es im April oder später noch schneit. Aber die aktuelle Witterung ist ungewöhnlich“, sagt Lukas Alton vom Wetterring Vorarlberg.

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Klaus Hartinger

IIn jedem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, in Feldkirch im April nochmals Frost oder Schneefall zu bekommen, deutlich höher als an Weihnachten. Das ergibt sich aus der Wettering-Statistik von Edi Walser (Foto). Er beobachtet das Wetter schon seit dem Jahr 1986. Dabei führt er genaue Notiz über die Witterung in seinem Heimatdorf Nofels und weiß, wie oft es eben weiße Weihnachten gab oder wann der letzte Schnee gefallen ist. Demnach hat es von 2012 bis 2017 immer im April geschneit. Nur alle 10 bis 15 Jahre hingegen schneit es auch noch im Mai bis runter ins Tal.

Edi Walser (Wetterring) legt Statistiken an. <span class="copyright">wetterring</span>
Edi Walser (Wetterring) legt Statistiken an. wetterring

Am Freitag milder


Auch heute gibt es keine laut Wetterexperten keine wesentliche Änderung. Über den Tag verteilt fällt Schnee aus dichten Wolken. Auch Sonne, Graupel sowie Blitz und Donner sind möglich. Es bleibt winterlich kalt. Aus heutiger Sicht bessert sich das Wetter am Donnerstag. In der Früh lösen sich Wolken und Nebelfelder auf, anschließend zeigt sich die Sonne – es wird milder. Am Freitag gibt es voraussichtlich einen Mix aus Sonne und Wolken. Föhn kommt auf. Im Gebirge sowie in den Föhntälern wird er stark bis stürmisch und treibt die Temperaturen wieder hinauf.

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Klaus Hartinger

Obstbauern bangen

Bis dahin heißt es für die Obstbauern im Land: Zittern und Hoffen. Jens Blum, Apfelproduzent aus Höchst und Vertreter der Obstbauern im Land, tut sich schwer, die Situation abzuschätzen. Jedenfalls fürchtet er die kommende Nacht, in der es noch einmal richtig eisig wird. „Äpfel und Birnen blühen noch nicht, sondern befinden sich im Grünknospenstadium. So halten sie eigentlich Minustemperaturen von zwei, drei und kurzzeitig vier Grad aus. Doch es kommt auch auf Luftfeuchtigkeit und die Dauer der Kälteperiode an“, sagt Blum.

Jens Blum, Apfelbauer und Vertreter der Obstbauern im Ländle. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Jens Blum, Apfelbauer und Vertreter der Obstbauern im Ländle. Klaus Hartinger

Um die Knospen zu kontrollieren, ist es zu früh. Braune Stellen und damit Schäden zeigen sich bei Plusgraden. Einen Teil seiner Bäume hat Blum schon beregnet und er ist parat für die nächsten Nächte. Allerdings ist Beregnen bei Wind suboptimal, aufgrund der Verdunstungskälte. Eine weitere Grenze der Frostberegnung sind zu tiefe Tagestemperauren. Dann taut die Eisschicht nicht ab und wird zu schwer für den Baum. Die nächsten Tage und Nächte sind also entscheidend und nervenzermürbend.

<span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Dietmar Stiplovsek

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