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„Frühling ist herausfordernder“

11.04.2021 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schneefelder können für Wanderer tückisch sein.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Schneefelder können für Wanderer tückisch sein.Klaus Hartinger

Bergrettung erwartet mehr Einsätze.

Bergsport boomt in der Pandemie. Im Sommer wie im Winter. In der gerade endenden Skisaison verzeichnete die Bergrettung allerdings weniger Pistenrettungseinsätze. Nicht zuletzt, weil die Gäste aus dem Ausland fehlten und somit am Berg schlichtweg weniger los war.

178 Pistenrettungseinsätze gab es 2020 von Jänner bis März. Heuer waren es 116 Einsätze, was ein Minus von 35 Prozent bedeutet. Die Flugrettung rückte in den ersten beiden Monaten in 2020 insgesamt 247 Mal aus. Dem stehen heuer 151 Einsätze entgegen, ein Minus von 65 Prozent. „Das ergibt sich hauptsächlich durch viel weniger Einsätze auf Skipisten“, weiß Martin Burger, der Landesleiter der Bergrettung.

Martin Burger, der Landesleiter der Bergrettung. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Martin Burger, der Landesleiter der Bergrettung. Klaus Hartinger

Das Frühjahr betrachtet Burger nicht als kritischere Zeit, aber es sei eine Herausforderung, „da wir sowohl mit Ausrüstung für Sommereinsätze als auch für Wintereinsätze beziehungsweise Lawineneinsätze gerüstet sein müssen“.
Wanderer müssten damit rechnen, dass sie in höheren Lagen Schneefelder oder schneebedeckte Rinnen queren müssen. Skitourengeher müssten in der Übergangszeit die Tages­erwärmung und die damit einhergehende Durchfeuchtung der Schneedecke beachten. Auch die Gefahr von Wechtenbrüchen in Kammlagen sei gegeben.

Lawinengefahr

„Solange Schnee liegt, besteht auch Lawinengefahr. Die Muster verändern sich allerdings. So sinkt die Gefahr von Triebschnee tendenziell, dafür steigt die Gefahr von Gleitschneelawinen durch die Erwärmung und Durchfeuchtung der Schneedecke“, erläutert Burger.
Für Wanderer können Schneefelder dem Experten zufolge tückisch sein. Am Morgen oder am Vormittag können diese in Schattenlagen extrem hart und eisig sein und nur mit besonderen Steighilfen (Grödel, Steig­eisen) überquert werden. „Jedes Jahr haben wir Unfälle, weil Menschen auf Schneefeldern aus- oder abrutschen“, berichtet Burger.

Zahlen werden steigen

Im Grunde seien es im Frühjahr die gleichen Fehler, die begangen werden, wie zu anderen Zeiten. Oder es ist einfach nur Pech, dass ein Unfall passiert. In jedem Fall rechnet Burger damit, dass die Einsatzzahlen aufgrund des größeren Repertoires von Sportarten steigen werden. „Gerade in niederen Regionen werden sich Einsätze im Bereich Mountain- und E-Bike, aber auch Wandern häufen“, schätzt er die Lage ein. Auch für den Sommer ist die Bergrettung schon gerüs­tet. Der Ansturm auf die Berge hängt sicher mit den Covid-Beschränkungen zusammen. Sollte der klassische Strandurlaub ausfallen, dann zieht es die Menschen in die heimische Natur.

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