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Liebherr: Keine Erstattung der Kosten

12.04.2021 • 18:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Liebherr Nenzing bleibt auf Quarantäne-Personalkosten von 120 Mitarbeitern sitzen.<span class="copyright">Liebherr</span>
Liebherr Nenzing bleibt auf Quarantäne-Personalkosten von 120 Mitarbeitern sitzen.Liebherr

Werk Nenzing bleibt auf rund 100.000 Euro sitzen.

Die Liebherr-Werk Nenzing GmbH muss die ihr entstandenen Kosten für das nicht zur Arbeit erschienene Personal während der Quarantäne von Teilen des Ortsgebietes von Nenzing selbst tragen. Eine Entschädigung gemäß Epidemiegesetz gibt es nicht. Solche Fälle kennt man normalerweise aus der Hotel- und Gastronomiebranche, weniger jedoch aus der Vorarlberger Industrie.

Acht Prozent der Belegschaft betroffen

Das Land Vorarlberg hat die beiden Ortsteile Nenzing-Dorf und Beschling vom 22. März bis zum 3. April 2020 unter behördliche Quarantäne gestellt. Bis auf wenige Ausnahmen durfte niemand diese Ortsteile verlassen. Das galt auch für rund 120 dort wohnhafte Mitarbeiter des Liebherr-Werkes in Nenzing, die in den zwei Wochen nicht zur Arbeit erscheinen konnten, aber weiterhin ihren Lohn oder ihr Gehalt bezogen haben. Das entspricht von der Größenordnung her rund acht Prozent der Belegschaft von Liebherr in Nenzing.

Personalkosten von rund 100.000 Euro

Pressesprecher Wolfgang Pfister erklärte im wpa-Gespräch, dass das Liebherr-Werk Nenzing bei der BH Bludenz in weiterer Folge einen Antrag auf Entschädigung gemäß Epidemiegesetz in Höhe von rund 100.000 Euro gestellt habe. Damit wollte man die Personalkosten für die rund 120 Mitarbeiter ersetzt bekommen, die zwei Wochen lang nicht zur Arbeit kommen durften bzw. konnten. Im Gegensatz zu positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen oder K1-Personen waren diese Mitarbeiter nämlich nicht per individuellem Bescheid abgesondert.

Keine Entschädigung gemäß Epidemiegesetz

“Der Antrag wurde von der BH Bludenz jedoch mit dem Hinweis abgelehnt, dass das Epidemiegesetz in diesem Fall nicht greift. Es wurde stattdessen auf das Covid-19-Maßnahmengesetz verwiesen.” Dieses Gesetz kennt bekanntlich keine vergleichbaren Entschädigungsleistungen wie das Epidemiegesetz. “Damit war die Sache für uns erledigt. Wir werden diese Kosten jetzt wohl selbst tragen müssen”, so Pfister.

Glück im Unglück bei der Ortsteil-Quarantäne von Nenzing sei wenigstens gewesen, dass die Zufahrt zum Liebherr-Werk Nenzing damals fast ungehindert möglich gewesen sei. Denn das Werk befindet sich nicht in einem der beiden betroffenen Ortsteile, so Pfister. “Damit konnte zumindest der Betrieb mit Einschränkungen weiterlaufen.”

Günther Bitschnau/wpa