Allgemein

Ländle-Politiker: “Gesundheit geht vor”

13.04.2021 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. <span class="copyright">AFP</span>
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. AFP

SPÖ-Chef Staudinger sieht fehlende Zusammenarbeit in der Regierung.

Der Rücktritt von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte am Dienstag auch Reaktionen aus Vorarlberg zur Folge. Vertreter aller verschiedenen Parteien waren sich dabei einig, dass die Gesundheit dem politischen Engagement vorgeht.

Nationalrat Gerald Loacker, Neos

<span class="copyright">Neos</span>
Neos

Neos-Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker, einer der schärfsten Kritiker des Minis­ters, meldete sich auf Facebook zu Wort. Wenn Anschober sich entscheide, auf seine Gesundheit zu schauen, dann habe er recht, schreibt er dort. Er wünsche ihm „auf seinem weiteren Lebensweg alles Gute und viele gesunde Jahre“. Loacker zeigte sich zugleich enttäuscht, dass im Zuge der Kabinettsumbildung kein eigenes Gesundheitsministerium geschaffen wird. In der größten Gesundheitskrise der Zweiten Republik brauche es auch ein eigenständiges Minis­terium in diesem Bereich.

Parteichefin Sabine Scheffknecht, Neos

<span class="copyright">NEUE/Sams</span>
NEUE/Sams

Vorarlbergs Neos-Parteichefin Sabine Scheffknecht zollte dem scheidenden Minister Res­pekt für sein Verantwortungsbewusstsein, „das leider nicht allen in der Regierung gegeben ist“. Er übernehme Verantwortung für sich selbst, aber auch für das Land, das in diesen Zeiten einen fitten, tatkräftigen Gesundheits- und Sozialminister brauche. Wichtig sei nun eine schnelle und geordnete Übergabe. Die Regierung müsse eine Strategie entwickeln, welche die Menschen mitnehme. Es brauche Öffnungsperspektiven und einen Plan für die Schulen, um vom Schichtbetrieb weg zu kommen.

Parteichef Martin Staudinger, SPÖ

<span class="copyright">NEUE/Serra</span>
NEUE/Serra

SPÖ-Chef Martin Staudinger ortete fehlende Unterstützung für Anschober: „Er wurde von der ÖVP oft im Regen stehen gelassen.“ Wenn für die Bevölkerung schwer einschneidende Entscheidungen getroffen würden, brauche es Zusammenhalt in der Politik. Durch ein Mehr an Miteinander wäre aus Sicht von Staudinger beispielsweise die Qualität und Gültigkeit von Verordnungen besser gewesen. Im Gesundheitsministerium fehle das Fachwissen für freiheitseinschränkende Maßnahmen. Hier hätte man sich gegenseitig unterstützen müssen, meinte der SPÖ-Chef.

Landesräte Johannes Rauch und Katharina Wiesflecker, Grüne

<span class="copyright">vol.at</span>
vol.at

Die Grünen-Landesräte Johannes Rauch und Katharina Wiesflecker nahmen den Schritt ihres Parteikollegen mit Bedauern zur Kenntnis. Die abgelaufenen 15 Monate seien wohl die härteste Zeit in der langen Karriere von Anschober gewesen, ließen sie in einer gemeinsamen Aussendung wissen. „Dass Rudi nun aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, ist für seine Genesung unabdingbar, aber ein großer Verlust für uns Grüne und die österreichische Politik“, heißt es dort weiter.

<span class="copyright">NEUE/Hartinger</span>
NEUE/Hartinger

Was der Gesundheitsminister im vergangenen Jahr geschultert habe, „war großartig – und brutal“, betonte Rauch. Anschober sei ständig im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik gestanden – teilweise auch aus dem Bundeskanzleramt. Dazu habe er mit den Verantwortlichen der Länder verhandeln müssen, die eher auf ihre Eigeninteressen bedacht gewesen seien. „Ein noch so großes Danke wäre zu klein, um all dies zu erfassen“, sagte Rauch. Parteikollegin Wiesflecker bedankte sich bei Anschober als Soziallandesrätin für die Zusammenarbeit im Bereich der Pflege.

Landeshauptmann Markus Wallner, ÖVP

<span class="copyright">EUE/Hartinger</span>
EUE/Hartinger

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) meinte im Pressefoyer: „Die Gesundheit geht vor.“ Anschobers Entscheidung sei zu respektieren und akzeptieren. Wallner dankte dem Minister für seine Arbeit: „Ich habe ihn als sehr gewissenhaft, verantwortungsvoll und engagiert erlebt.“ Zwar sei man sich in Verhandlungen nicht immer einig gewesen, aber Anschober habe mitgeholfen, die Modellregion Vorarlberg aufzustellen. Wallner wünschte Anschober, dass „er gesundheitlich zu voller Kraft zurückkehren kann“.