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Mehr Lehrstellen als Suchende

14.04.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schnuppertermine gibt es häufig nur auf Einzelinitiative.<br><span class="copyright">Shutterstock</span>
Schnuppertermine gibt es häufig nur auf Einzelinitiative.
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Suchende sollten jetzt aktiv werden.

Der Schritt von der Schule in einen Beruf war wohl schon immer einer Herausforderung. Vergangenes und dieses Jahr ist er das einmal mehr. Bei einigen Unternehmen herrscht Planungsunsicherheit, denn die kurz- und auch mittelfristige Entwicklung der Pandemie ist ungewiss. So mancher Betrieb akquiriert heuer gar keine Lehrlinge. Dennoch stehen Interessierten viele Angebote in Vorarlberg zur Verfügung.

Jobbörse

Das Arbeitsmarktservice (AMS) verzeichnet auf seiner eigenen Jobbörse mehr als 1100 freie Lehrstellen in den Bezirken Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Kleinwalsertal. Darunter sofort verfügbare und solche Ausbildungsplätze, die ab Herbst angetreten werden können.

„Der letzte Stand im März hat ergeben, dass es mehr Lehrstellen als Lehrstellensuchende gibt“, informiert Petra Lange, Sprecherin der Arbeiterkammer (AK). Oftmals wenden sich Jugendliche an die Zuständigen der AK wenn sie Fragen bezüglich Ausbildung – gerade in der Pandemie – geht. Die haben sich laut Lange seit 2020 nicht gehäuft. „Allerdings bekommen wir mehr Anfragen zum Thema Schnuppermöglichkeiten“, sagt Lange. Denn unter gewöhnlichen Umständen begegnen sich potenzielle Lehrlinge und Unternehmer auf Jobmessen Heuer konnten letztere nur digital angeboten werden.

Plan B

Trotz derzeit vieler Angebote gibt der Markt nicht immer die Wunsch-Lehrstelle her. Lange rät dennoch dazu, jetzt aktiv zu werden, direkt einen Schnuppertermin im auserwählten Betrieb zu vereinbaren und sich auf jeden Fall zu bewerben. Schon im vergangenen Jahr sei Schnuppern nur auf Einzelinitiative möglich, gewesen.

„Kann das Unternehmen noch keine Zusage erteilen, sollten die Jugendlichen nach einer gewissen Zeit nachfragen oder darum bitten, die Bewerbung in Evidenz zu halten“, schlägt sie vor. Außerdem sollte man einen Plan B in petto haben. Das heißt, sich nicht auf einen Lehrberuf oder eine Lehrstelle versteifen.

Fachkräftemangel

2020 wurden zum Ausbildungsstart im Herbst zehn Prozent weniger Lehrverträge bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer als im Vorjahr gemeldet. Schon da hatten sich einige Unternehmen entschlossen, keine Lehrlinge auszubilden. Das könnte sich allerdings in den kommenden Jahren am Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Schon jetzt herrscht Fachkräftemangel in Vorarlberg. „Wir werden auch in fünf bis sechs Jahren Fachkräfte auf dem Markt benötigen. Deshalb sollten natürlich gerade jetzt Lehrlinge ausgebildet werden. Wenn keine Lehrlinge ausgebildet werden, verschärft sich in weiterer Folge auch der Fachkräftemangel“, gibt Lange zu bedenken.

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