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Schlüsselkräfte warten auf Impftermin

18.04.2021 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Betriebsleiter Manuel Lutz. Hartinger

1100 Personen haben Zuordungscode und warten auf den Termin.

Der börsennotierte Salzburger Kranhersteller Palfinger hat vor einigen Tagen mit einer etwas ungewöhnlichen Aktion aufhorchen lassen. 40 sogenannte Schlüsselarbeitskräfte wurden in Serbien gegen das Coronavirus geimpft. Gelungen ist das laut Palfinger-CEO Andreas Klauser mit „engen Kooperationspartnern“. Der ursprüngliche Plan des Unternehmens, selbst Impfstoff nach Österreich einzuführen, sei nicht geglückt.

„Das sehe ich sehr entspannt. Wenn die Unternehmer glauben, dass das richtig ist, sollen sie das machen. Wichtig ist einfach nur, dass die Impfungen auf Freiwilligkeit basieren“, so Martin Ohneberg, IV-Präsident und Unternehmer. In Vorarlberg setzt man nun auf eine Priorisierung von Schlüsselkräften. Die Wirtschaft soll bei der Impfung im Übergang von Phase zwei auf Phase drei vermehrt zum Zug kommen. „Dabei werden Schlüsselarbeitskräfte, vor allem jene, die grenzüberschreitend tätig sind, mit in die Kategorisierung genommen. Aber natürlich auch dem Alter nach“, erläutert Landeshauptmann Markus Wallner.

Kategorisierung

Eine erste Erhebung dieser Schlüsselkräfte hat bereits stattgefunden. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer hat das Land diese auf die Beine gestellt. „Wir haben eine Umfrage in den Betrieben gestartet und 1100 Personen zurückgemeldet bekommen. Und die haben auch alle schon einen Code erhalten und werden zeitnah einen Impftermin bekommen“, erklärt Landesrat Marco Tittler. In einem zweiten Schritt werden dann die Personen drankommen, die viel Kundenkontakt haben. Das sind dann wesentlich mehr. Diese Personengruppe wird spätestens bis Ende Mai geimpft sein. „Wichtig ist mir, dass das keine Priorisierung oder Vorreihung ist. Sondern eine Kategorisierung. Zudem gibt es auch Menschen aus dieser Gruppe, die bereits einen Impftermin haben, weil sie zu einer Risikogruppe zählen oder das nötige Alter schon haben.“

„Wir versuchen so gut wie möglich, den direkten Kontakt bei den Kunden vor Ort aufrechtzuerhalten.“

Manuel Lutz, Henn

„Ich habe selbst auch einen Code bekommen und in meinem Betrieb zwölf Personen genannt“, erzählt Ohneberg. Einer dieser Genannten ist Manuel Lutz, Betriebsleiter bei Henn in Dornbirn. Er ist viel unterwegs, da Henn hauptsächlich international agiert. „Wir versuchen so gut wie möglich, den direkten Kontakt bei den Kunden vor Ort aufrechtzuerhalten“, so Lutz. Denn so bekommen er und seine Kollegen mehr Informationen aus erster Hand.

„Vor allem geht es um die richtigen Informationen. Bei einer Videokonferenz ist der Austausch nicht so unmittelbar“, ergänzt der Betriebsleiter. In den persönlichen Gesprächen gehe es vor allem um Hintergrundinformationen. Und diese sind oft wesentlich für das gute und schnelle Umsetzen eines Projektes. Auch um neue Aufträge an Land zu ziehen, ist es laut Lutz enorm wichtig, vor Ort zu sein.

Japan und Korea

„Mein persönlicher Marktbereich, den ich bearbeite, ist Japan und Korea. Und war es seit März letzten Jahres nicht möglich, persönlich dort zu sein.“ Die bereits laufenden Projekte wurden, so gut es ging, weitergeführt. Ob diese Zeit der persönlichen Absenz wirtschaftliche Einbußen mit sich bringe, kann er noch nicht sagen. Aber es wäre höchst an der Zeit, das eine oder andere neue Projekt an Land zu ziehen. Die Definition der Schlüsselkräfte wurde innerhalb der Management­ebene diskutiert und entschieden. „Jetzt warten wir und hoffen, bald dranzukommen.“

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