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Leichtes Plus trotz Corona

20.04.2021 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auf dem Trainingsplatz oder dem Parkplatz (hinten) könnte ein neues Hotel entstehen.  <span class="copyright">Hartinger</span>
Auf dem Trainingsplatz oder dem Parkplatz (hinten) könnte ein neues Hotel entstehen. Hartinger

Positives Ergebnis bei Bregenzer Budgetjahr 2020.

Der letztjährige Rechnungsabschluss ist der erste, der mit sogenannter doppelter Buchhaltung erfolgte. Insofern sei er nur schwer mit den vorangegangenen zu vergleichen, erläuterte der Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch gleich zu Beginn. Insgesamt ist er aber leicht positiv. Somit gab es trotz Corona kein Netto-Defizit. Bei den konkreten Zahlen ließ Ritsch dann seinem Stadtkämmerer Manuel Felizeter den Vortritt.

Nunmehr würden die Zahlen in einen Ergebnis-, einen Finanzierungs- und einen Vermögenshaushalt aufgeschlüsselt, erläuterte Felizeter. Was das Vermögen der Stadt betreffe, so hätte dieses mit Ende 2020 rund 465 Millionen Euro betragen. Darin sind etwa alle Grundstücke und Gebäude enthalten sowie Eigen- und Fremdkapital. Das Nettovermögen belief sich auf 208 Millionen Euro.

Minus bei “Manövriermasse”

Beim Ergebnis des „laufenden Betriebes“, also bei der sogenannten Manövriermasse, gibt es ein Minus von 3,7 Millionen Euro, informierte Felizeter. Hauptgrund dafür ist, dass die Einnahmen bei Ertragsanteilen und Gemeindeabgaben im Vorjahr um fast zehn Prozent gesunken sind. Allerdings waren auch die Investitionen im Vorjahr deutlich geringer als veranschlagt, weil einiges verschoben wurde.

Das Netto-Ergebnis des Vorjahres ist aber mit 1,14 Millionen Euro im Plus. Das habe vor allem mit der Gemeindemilliarde des Bundes, von der Bregenz 3,5 Millionen Euro erhalten habe, und Sonderförderungen des Landes zu tun, hieß es.

Stadtkämmerer Manuel Felizeter (l.) und Bürgermeister Michael Ritsch.  <span class="copyright">Stadt Bregenz</span>
Stadtkämmerer Manuel Felizeter (l.) und Bürgermeister Michael Ritsch. Stadt Bregenz

Der Schuldenstand der Stadt Bregenz belief sich Ende 2020 auf knapp 66 Millionen Euro und ist damit um knapp zwei Prozent gesunken. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 2223 Euro. Der größte Pos­ten im Budget, die Personalkos­ten, sind um rund drei Prozent gestiegen, in absoluten Zahlen ist das rund eine Million Euro.

Rund 18 Millionen Euro wären im Vorjahr für Investitionen geplant gewesen, erläuterte Ritsch, nur acht davon seien investiert worden. Der größte Posten war dabei der Kindergarten St. Gebhard mit rund zwei Millionen. „Da ist schon sehr viel liegen geblieben, was wir jetzt in Angriff nehmen werden.“

Geplante Investitionen

Eines der Projekte ist das mit 3,5 Millionen Euro veranschlagte Familien- und Bildungshaus Rieden, das Mitte September eröffnet werden soll. Die mittlerweile fast abgeschlossenen Bauten beim Wasserverband Bregenzerach Unterlauf mit einer Million Euro ist ein weiteres Projekt sowie die mit acht Millionen Euro veranschlagte Sanierung der Abwasserreinigungsanlage (ARA).

Auch die Sanierung des Festspielhauses bzw. der Bühne, Zuschauertribünen, Technik und ein Zubau stehen nun auf dem Programm. Rund 25 Prozent des über 60-Millionen-Euro-Projekts entfallen dabei auf die Stadt. Ende 2024 sollen hier die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Für das heurige Jahr sind einige Bauprojekte in der Landeshauptstadt geplant.   <span class="copyright"> Hartinger</span>
Für das heurige Jahr sind einige Bauprojekte in der Landeshauptstadt geplant. Hartinger

Ende September wird weiters mit der dritten Etappe bei der Quartiersentwicklung Leutbühel begonnen. Sie schlägt mit sechs Millionen Euro zu Buche. Dort will man im April/Mai 2022 fertig sein, um dann die vierte mit Rathausstraße und Anton-Schneider-Straße in Angriff zu nehmen. Wobei bei Letzerer nicht großflächig der gelbe Belag zum Einsatz kommen soll. Ritsch, der dort selber Anrainer ist, hofft, dass, die Pflastersteine erhalten bleiben. Und auch an der Pipeline wird weitergebaut.

Beim geplanten Neubau des Hallenbades sei man derzeit an einer genauen Kostenschätzung, sagte der Bürgermeister. Rund 40 bis 45 Millionen Euro werde das neue Bad kosten. Anfang 2025 soll es fertiggestellt sein.

Auch die Fassade des Rathauses soll saniert werden.       <span class="copyright">Paulitsch</span>
Auch die Fassade des Rathauses soll saniert werden. Paulitsch

15 Millionen Euro sind indes für „Bregenz Mitte“ reserviert. Bis Ende Juni soll das Ergebnis der Arbeitsgruppen vorliegen. Dann werde man sehen, ob Adaptierungen und andere Zielsetzungen möglich sind. Falls nicht, werde das vorhandene Projekt, für das es Beschlüsse gibt, umgesetzt, so der Bürgermeister. Geplant ist auch eine Sanierung der Rathausfassade um 350.000 Euro sowie ein Umbau im Erdgeschoss und ersten Stock zum Bürgerservice um 460.000 Euro.

Zusätzliche Einnahmen sollen indes mit der Vergabe des Baurechts für ein Hotel beim Festspielhaus lukriert werden. Der dortige Parkplatz mit der Auflage der Schaffung zusätzlicher Parkplätze wäre dafür eine Option, erklärte Ritsch. Eine andere wäre der Trainingsplatz beim Fußballstadion, der vom Verein nur „bescheiden“ genutzt werde. Dieses Baurecht soll laut Ritsch noch vor dem Sommer ausgeschrieben werden. Rund 150.000 Euro könnten damit jährlich rekrutiert werden. „Mein Ziel ist es, dass die Baustellen Festspielhaus, Hallenbad und Hotel gleichzeitig laufen und dort 2025 keine Baustellen mehr sind.“