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Rechtliche Schritte gegen AstraZeneca

22.04.2021 • 13:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Illustrative editorial Astra Zeneca COVID-19 vaccine
Illustrative editorial Astra Zeneca COVID-19 vaccine (c) bizoo_n – stock.adobe.com (MIHAI BARBU)

Lieferausfälle wie kürzlich sollen nun verhindert werden.

Die EU-Kommission bereitet Insidern zufolge gegen den Pharmakonzern AstraZeneca wegen der Lieferprobleme bei dessen Corona-Impfstoff rechtliche Schritte vor. So solle gesichert werden, dass der Hersteller die für das zweite Quartal vertraglich gesicherten Dosen liefere, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Zuerst hatte das Magazin “Politico” darüber berichtet. Von AstraZeneca war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Lieferungen für das zweite Quartal sichern

Am Mittwoch hatten sich Gesandte der EU-Länder getroffen. Dabei habe die Kommission die Absicht erwähnt, rechtliche Schritte einzuleiten, sagte ein EU-Diplomat. Ein anderer Insider sagte, die EU-Länder müssten entscheiden, ob sie mitzögen. Es gehe um die Erfüllung der Lieferungen bis zum Ende des zweiten Quartals. Der Konzern hatte der EU 180 Millionen Dosen für diesen Zeitraum zugesichert.

Zwischen der EU und AstraZeneca war wegen Lieferproblemen beim Corona-Impfstoff ein Streit entbrannt, weil der schwedisch-britische Konzern weniger Dosen des Vakzins geliefert hatte als erwartet.

Der Impfstoffhersteller AstraZeneca hat in der laufenden Woche seine Zusagen eingehalten. Wie avisiert, sind am vergangenen Montag 64.800 Dosen in Österreich eingetroffen. Am Freitag werden weitere 21.600 Dosen erwartet, womit insgesamt 86.400 Dosen im Kampf gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen, teilte das Gesundheitsministerium Donnerstagmittag mit. Für kommende Woche hat AstraZeneca eine größere Lieferung von rund 290.000 Dosen angekündigt. Final bestätigt wurde diese bis jetzt allerdings noch nicht.

Unterdessen rückt hierzulande die Verimpfung der ersten Corona-Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson näher. 16.800 sind in der vorigen Woche in Österreich eingelangt. Sie liegen jedoch vorerst auf Lager. Nach US-Berichten über seltene Fälle von Blutgerinnseln als mögliche Impffolgen wurden sie nicht an die Impfstellen zugestellt. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat allerdings am vergangenen Dienstag an ihrer grundsätzlich positiven Risikobewertung des Vakzins festgehalten. Es gebe zwar “eine mögliche Verbindung” zwischen dem Vakzin und vereinzelten Fällen von Hirnvenenthrombosen, der Nutzen des Impfstoffes überwiege aber die Risiken, stellte die Behörde fest.

Baldiger Einsatz in Österreich wahrscheinlich

Damit ist davon auszugehen, dass die in Österreich befindlichen Dosen zeitnahe gespritzt werden. Ob dafür “grünes Licht” erteilt wird, liegt beim Nationalen Impfgremium, das am Donnerstag zusammentritt und eine Entscheidung treffen wird.

Das Vakzin war in den letzten Wochen vor allem wegen der Frage nach möglichen Thrombosefällen in der Diskussion. Das Ergebnis einer neuen Studie aus Oxford und Cambridge zeigte jetzt klar, dass Sinusvenenthrombosen nach einer Covid-Impfung ein seltenes Phänomen sind. Geht man von einer Million mit einem mRNA-Vakzin (BioNtech/Pfizer und Moderna) geimpften Menschen aus, so kommt es im Schnitt nach der ersten Impfung innerhalb von zwei Wochen zu 4,1 Sinusvenenthrombosefällen. Von der EMA zur Auswertung zur Verfügung gestellte Daten zum AstraZeneca-Impfstoff zeigen, dass hier auf eine Million geimpfte Menschen rund 5 Fälle von dieser Art der Thrombosen kommen. Ähnliches nimmt man für andere Vektorimpfstoffe wie jenen von Johnson & Johnson an.

Auffällig ist hierbei vor allem, dass es keinen bemerkenswerten Unterschied im Hinblick des Auftretens der Sinusvenenthrombosen zwischen mRNA- und Vektorimpfstoffen gibt.

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