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Zufrieden trotz Ergebniseinbruch

22.04.2021 • 19:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Philipp Steurer

Ergebnis vor Steuern in Höhe von 48,8 Millionen Euro.

Erhebliche Auswirkungen hatten die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auch auf das Geschäft der Hypo Vorarlberg. Das haben die Bank-Verantwortlichen am Donnerstag in einer Aussendung mitgeteilt. Demnach hat sich das Ergebnis vor Steuern im ab­gelaufenen Geschäftsfjahr beinahe halbiert. Schlussendlich wurden 48,8 Millionen Euro erwirtschaftet – im Vorjahr waren es noch 91,7 Millionen Euro gewesen. Das Jahr 2020 wird dennoch als gut bezeichnet. Seitens des Geldinstituts seien angesichts der Situation konservative Bewertungen und Risikovorsorgen vorgenommen worden, um einen Puffer für mög­liche zukünftige Ausfälle von Kreditnehmern zu haben. Zugleich konnten die Eigenmittelquoten gestärkt werden, obwohl die Bilanzsumme auf 15,3 Milliarden Euro angestiegen ist. Der bisherige Fokus auf Digitalisierung habe sich gerade in Zeiten der Lockdowns bezahlt gemacht, heißt es in der Aussendung.

Liquidität sicherstellen

„Die Entwicklung des Zins- und Provisionsergebnisses im Kerngeschäft als wichtigste Ertragsbasis unseres Geschäfts zeigt, dass wir mit unserer risikobewussten Strategie auch in dieser herausfordernden Zeit gut aufgestellt sind“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Michel Haller. Die größte Herausforderung im vergangenen Geschäftsjahr sei es gewesen, die Kunden – vor allem Unternehmen – gut zu begleiten und ihre Liquidität sicher zu stellen. Mit Stundungen und Überbrückungskrediten sei es gelungen, die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe bestmöglich zu erhalten.

Daher seien die Forderungen an Kunden gegenüber dem Vorjahr angestiegen – auch durch Corona-bedingte Maßnahmen, die zum Teil gemeinsam von Landespolitik, Regionalbanken, Wirtschafts- und Arbeiterkammer getragen wurden. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 betrug das Gesamtvolumen an Finanzierungen mit gewährten Stundungen 549 Millionen Euro, die Corona-bedingten Neu- und Überbrückungsfinanzierungen lagen bei knapp 94 Millionen Euro.

Die Hypo-Vorarlberg-Vorstände Wilfried Amann, Michel Haller und Philipp Hämmerle (vlnr.). <span class="copyright">Hypo Vorarlberg/Marcel Mayer</span>
Die Hypo-Vorarlberg-Vorstände Wilfried Amann, Michel Haller und Philipp Hämmerle (vlnr.). Hypo Vorarlberg/Marcel Mayer

Um die Wirtschaft wieder hochfahren zu können, seien nun längere Laufzeiten für Überbrückungskredite und „mehr Pragmatismus in der Regulatorik“ nötig, meinte Haller, der zudem Instrumente für einen erleichterten Eigenkapitalaufbau forderte. Als unternehmerischer Bank sei es der Hypo wichtig, die Betriebe in den Märkten gut durch die Krise begleiten zu können.

Digitalisierung

Heuer will man sich beim Geldinstitut weiter auf die Digitalisierung und Weiterentwicklung der Standard-Dienstleistungen fokussieren. Mit Philipp Hämmerle wurde daher kürzlich ein eigener Vorstand für Digitalisierung und IT benannt. Durch die Pandemie sei die Digitalisierung des Bankgeschäfts beschleunigt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu gebe es aber auch eine stärkere Kundennachfrage in diesem Bereich. Die IT habe einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung künftiger Bankdienstleistungen, zeigte sich Hämmerle überzeugt. Daher sei 2020 auch die IT-Tochter in die Bank integriert worden. Ebenso werde verstärkt mit Partnern wie beispielsweise Fintechs zusammengearbeitet. Daneben spielt aber auch die persönliche Beratung weiterhin eine wichtige Rolle. Diese sei vor allem dann gefragt, wenn es „um große Entscheidungen geht“, sagte Vorstand Wilfried Amann.

Positive Entwicklung

Der Ausblick auf das heurige Jahr ist für die Bank-Verantwortlichen schwierig und „von hoher Unsicherheit geprägt“. Allerdings sei die Konjunktur nicht mehr so schwach wie im Vorjahr und „es wird eine positive Entwicklung erwartet“. Das Wirtschaftswachstum hänge jedoch von Faktoren wie Reisefreiheit, funktionierenden Lieferketten oder dem Impffortschritt ab.

Über die Hypo

Die Hypo Vorarlberg wurde 1897 vom Vorarlberger Landtag gegründet und hat ihren Sitz in Bregenz. Im Jahr 1996 wurde die Bank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Mehrheitseigentümer ist die Vorarlberger Landesbank-Holding (76,8732 Prozent), ein Bankenkonsortium aus Baden-Württemberg hält die restlichen Anteile. 2020 wurden 694 Mitarbeiter beschäftigt.

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