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Neue Chefin für Ländle-Narren

24.04.2021 • 11:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die designierte Präsidentin Barbara Lässer mit ihrem Vorgänger Michèl Stocklasa bei der Landesgardegala im vergangenen Jahr. <span class="copyright">VVF</span>
Die designierte Präsidentin Barbara Lässer mit ihrem Vorgänger Michèl Stocklasa bei der Landesgardegala im vergangenen Jahr. VVF

Barbara Lässer wird erste Präsidentin in der VVF-Geschichte.

Mit einem Jahr Verspätung geht heute um 17.11 Uhr der Führungswechsel an der Spitze des Verbands der Vorarlberger Fasnatzünfte und -Gilden (VVF) über die Bühne. Nach neun Jahren als Präsident übergibt Michèl Stocklasa aus Buch das Amt an seine Nachfolgerin Barbara Lässer aus Lustenau. Damit steht erstmals in der über 40-jährigen Geschichte des Verbands eine Frau an der Spitze. Eigentlich sollte der Wechsel bereits im vergangenen Jahr beim alljährlichen Verbandstag über die Bühne gehen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die von den Harder Mufängarn organisierte Veranstaltung abgesagt. Da vom VVF-Präsidium auch für das heurige Frühjahr alle Zusammenkünfte abgesagt wurden, geht die Amtsübergabe nun online über die Bühne. Der Verbandstag mit physischer Anwesenheit wird nachgeholt, sobald dies die Umstände wieder zulassen. Dann werden auch die Neuwahlen durchgeführt.

Beim Verbandstag treffen sich Mitglieder aus dem ganzen Land. <span class="copyright">VVF </span>
Beim Verbandstag treffen sich Mitglieder aus dem ganzen Land. VVF

Denn neben der neuen Präsidentin gibt es noch weitere neue Mitglieder in der Verbandsführung. So übernimmt Na­dine Luger von der Dornbirner Fasnatzunft das Amt als Chefin des Protokolls, das zuvor Barbara Lässer innehatte. Mit Christof Huber von der Fasnatzunft Höchst gibt es zudem einen neuen Vizepräsidenten. Er wird der Lustenauerin gemeinsam mit dem bereits amtierenden Stellvertreter Rene Winkler von der Schliefer Fasnatzunft zur Seite stehen. Schatzmeisterin bleibt Angelika Egger von den Ramschwager Burgnarren. Neu besetzt werden zudem einige Ämter in weiteren Gremien.

Zeitaufwendig

Der Rückzug von Michèl Stocklasa erfolgt vor allem aus familiären Gründen. „Ich habe zwei Töchter zu Hause und die Arbeit als Präsident ist sehr zeitaufwendig“, sagt der 40-Jährige. Immerhin sind im VVF über 150 Fasnat-Gruppen – über 90 Vereine und zahlreiche Unterzünfte und -Gruppen – mit insgesamt mehr als 6000 Mitgliedern organisiert. Stocklasa war es immer wichtig, auch den persönlichen Kontakt mit den Mitgliedern zu pflegen und etwa Jahreshauptversammlungen zu besuchen. „Da kommen dann schnell 80 Termine im Jahr zusammen“, bringt es der scheidende Präsident auf den Punkt.

Weitere Neubesetzungen

Landesfunkenreferent: Helmut Salzgeber (Funkenzunft Gantschier)

Landesgardereferentin: Tanja Petzold (Rhinzigünar)

Landeselferrätin (Bezirk Bregenz): Claudia Katz (Faschingszunft Gaißau)

Landeselferrat (Bezirk Dornbirn): Thomas Kertel (Embser Schlossnarren)

Fasnaträte (Bezirk Bregenz): Stefan Ellensohn (Faschnatzunft Bezau), Günter Dietrich (Luterachar Schollesteachar)

Ordensmanagement: Evi Kaufmann (vormals Chaos Tätscher)

Neben dem zeitlichen Aspekt ist für den Bucher aber auch wichtig, dass nun ein anderes Führungsteam die Möglichkeit hat, die Geschicke des Verbandes zu leiten. Leicht gemacht hat ihm die Entscheidung, dass er mit Barbara Lässer eine geeignete Nachfolgerin hat. Die 41-Jährige ist seit 25 Jahren in der Fasnat aktiv – erst im Bereich der Guggamusik bei den Emser Palasttätschern, dann unter anderem als Umzugsleiterin bei den Rhinzugünarn Luschnou. In den vergangenen fünf Jahren waren sie zudem im VVF Chefin des Protokolls. „Sie war quasi meine linke und rechte Hand“, beschreibt der scheidende Präsident das Amt. Freude hatte Lässer dabei vor allem daran, in dieser Funktion viele neue Menschen kennenzulernen. „Außerdem habe ich auch das Ländle gut kennengelernt. Normalerweise kommt man ja eher selten nach Raggal oder St. Gerold“, meint die Lustenauerin und lacht.

Fünf Jahre lang war Barbara Lässer als Chefin des Protokolls die "recht und linke Hand" von Präsident Michèl Stocklasa. <span class="copyright">VVF</span>
Fünf Jahre lang war Barbara Lässer als Chefin des Protokolls die "recht und linke Hand" von Präsident Michèl Stocklasa. VVF

Wie schon ihr Vorgänger schätzt auch die designierte Präsidentin die Vielfalt in der heimischen Fasnat: „Vom vierjährigen Gardemädchen bis zum 80-jährigen Funkenbauer ist alles vertreten.“ Und dieses Miteinander gelte es, weiterhin zu fördern. In einem ersten Schritt wird es aus Lässers Sicht bald aber darum gehen, den Vereinen beim Wieder-Hochfahren nach der Pandemie zu helfen. Der Verband wird ihnen dabei – wie bisher schon in vielen anderen Fragen – zur Seite stehen.