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Nun 2 statt 16 Monate Haft für Ladendiebin

24.04.2021 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Oberlandesgericht Innsbruck <span class="copyright">Shutterstock</span>
Oberlandesgericht Innsbruck Shutterstock

Oberlandesgericht verringerte Strafe für rückfällige 33-Jährige drastisch.

Gleich um 14 Monate wurde in zweiter Instanz die Haftstrafe für die von Andrea Höfle-Stenech verteidigte Ladendiebin verringert. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) hat in dieser Woche die Sanktion mit zwei Monaten Gefängnis rechtskräftig festgelegt.

Ersturteil revidiert

In erster Instanz ist die 33-jährige Tschetschenin im November 2020 am Landesgericht Feldkirch noch zu einer Gesamtstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Das Ersturteil setzte sich aus acht Monaten Gefängnis wegen versuchten gewerbsmäßigen Diebstahls und weiteren acht Haftmonaten aus der einschlägigen Wiener Vorstrafe zusammen.

Vom Detektiv ertappt

Die Asylantin hat nach den gerichtlichen Feststellungen im Vorjahr zwei versuchte Ladendiebstähle begangen. Demnach ist sie im Juli 2020 beim Diebstahl von sechs Kleidungsstücken im Wert von 500 Euro in einem Modegeschäft im Dornbirner Messepark vom Ladendetektiv ertappt worden. Danach ist die Arbeitslose laut Urteil im September 2020 beim Diebstahl von zwölf Kleidungsstücken im Wert von 220 Euro im Bludenzer Kronenhaus von Mitarbeiterinnen eines Modegeschäfts erwischt worden. Die Täterin hatte stets die Diebstahlsicherung von den Kleidungsstücken entfernt, damit diese nicht beim Verlassen des Geschäfts den Alarm auslösen.

Wiener Landesgericht

Der Feldkircher Richter wertete die Taten als versuchten gewerbsmäßigen Diebstahl. Dafür beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre Gefängnis. Der Erstrichter wandelte außerdem die bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten aus der Vorstrafe vom Oktober 2019 in eine unbedingte um. Damals ist die geschiedene Frau am Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen versuchten gewerbsmäßigen Diebstahls schuldig gesprochen worden. Sie hat im September 2019 in einem Wiener Geschäft mit einer präparierten Tasche Waren im Wert von 1500 Euro zu stehlen versucht.

Kein gewerbsmäßiger Diebstahl

Die Innsbrucker Berufungsrichter reduzierten die Freiheitsstrafe auf zwei Monate und verlängerten die Probezeit für die bedingte Wiener Vorstrafe auf fünf Jahre. Der Oberlandesgerichts-Senat wertete die Vorarlberger Taten nicht als versuchten gewerbsmäßigen Diebstahl, sondern lediglich als versuchten Diebstahl – mit einer Strafdrohung von nur noch bis zu sechs Monaten Gefängnis. Die Zweitrichter gingen nicht davon aus, dass die Arbeitslose sich mit wiederkehrenden Taten eine fortlaufende Einnahmequelle von monatlich mindestens 400 Euro verschaffen wollte. Verteidigerin Höfle-Stenech berichtete, ihre Mandantin werde wohl bald Arbeit finden und dürfe dann mit einer elektronischen Fußfessel rechnen.

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