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Pandemie fördert Korrekturen

24.04.2021 • 13:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Rajmond Pikula ist Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Rajmond Pikula ist Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Klaus Hartinger

Masketragen und Online-Meetings fördern Engriffe.

Rajmond Pikula wird meist als Schönheitschirurg bezeichnet. Doch das stimmt so nicht und wird gleichzeitig seiner Arbeit nicht gerecht. Der 42-Jährige ist Facharzt für Plas­tische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in Götzis und Vaduz. Zu seinen Patienten zählen auch solche mit Hauttumoren im Gesicht, unschöner Narbenbildung, Verbrennungen oder Frauen, die nach einer Krebserkrankung eine Brust­rekonstruktion wünschen. Gesundheit, Würde aber auch Lebensqualität sind stete Begleiter seines Wirkens.

Arbeiten mit den Händen

Schon im Studium kristallisierte sich heraus, welchen Weg Pikula einschlagen würde. „Der eine ist mehr der Medikamentendoktor, der andere mehr der manuell Tätige. Ich habe schon im Sezierkurs an der Uni Innsbruck festgestellt, dass ich gerne mit den Händen arbeite“, erzählt der Mediziner. Der Götzner operiert von Kopf bis Fuß, von Säugling bis Greis. Kein Eingriff gleicht dem anderen. Es ist diese Vielseitigkeit, die ihn im Beruf ausfüllt. Mit der eigenen Ordination in Götzis hat Pikula 2014 endgültig sein beruflich gesetztes Ziel erreicht.

Mehr Schönheits-OPs durch Pandemie

Während bei Operationen in der Klinik in Liechtenstein meist die Rekonstruktion im Vordergrund steht, machen Eingriffe im Sinne der Schönheit in der Ordination etwa 50 Prozent aus. Die Schönheitschirurgie hat einen Zulauf erfahren – und zwar indirekt durch die Pandemie. „Man sieht sein Gesicht ständig bei Videokonferenzen und kommt drauf, es schaut nicht so aus, wie ich es gerne hätte“, berichtet Pikula von Klienten. Der Schwerpunkt liege auf der Augenpartie, da diese durch das Maskentragen in den Fokus rückt. Lidstraffungen und das Glätten der Stirnfalten sind gefragt. Dabei steigt der Männeranteil stetig.

Ob dieser Trend anhält oder gar anzieht, wagt er nicht zu prognostizieren. Immerhin sind derartige Eingriffe mit Kosten verbunden. „Aber heutzutage wird erwartet, dass man stets frisch aussieht und dem fügen sich die Menschen zunehmend“, meint der Chirurg. Seiner Erfahrung nach werden Schönheitskorrekturen immer gesellschaftsfähiger.

Nicht ob sondern wann

Andererseits gebe es aber auch Patienten, die sich regelrecht entschuldigen, weil sie sich in ihrer Haut unwohl fühlen. „Drei Schwangerschaften können am Bauch Spuren hinterlassen, die nicht durch Sport oder Ernährung zu beseitigen sind“, sagt er.

Wenn es notwendig ist, würde Pikula auch Eingriffe an sich selbst vornehmen lassen. „Es gibt Eingriffe – wie etwa die Lidstraffung – da ist nicht die Frage ob, sondern wann man diese braucht“, sagt er. Es lasse sich schlicht nicht verhindern, entweder müde auszusehen oder eine funktionelle Einschränkung zu erfahren. Bei Letzterer zahlt sogar die Krankenkasse. Ebenso wie bei einer ausgeprägten Asymmetrie der Brüste, um ein weiteres Beispiel zu nennen.

Hilfe für Opfer

Einmal im Jahr reist der Facharzt mit Kollegen nach Indien. Die humanitäre Organisation Interplast ermöglicht Menschen in der Dritten Welt kostenlose plastische Chirurgie. In Indien handelt es sich dabei meist um Säureopfer. Zuletzt war er 2019 dort, Pläne für 2022 werden derzeit geschmiedet. „Es ist jedes Mal eine Herausforderung, da es meist mehrere Eingriffe braucht. In zwei Wochen operieren wir 50 bis 60 Patienten“, berichtet er von seinem ehrenamtlichen Einsatz.

Oldtimer schrauben

Pikula dürfte einen vollen Terminkalender haben. Dennoch treibt er in seiner Freizeit Sport. Daneben hat er eine Passion für Oldtimer. An den Boliden schraubt er selbst. „Das Basteln an den Autos ist wie die Chirurgie: ein Handwerk.“

Zur Person

Rajmond Pikula ist Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie.

Alter: 42 Jahre

Wohnort: Götzis

Familienstand: Verheiratet

Werdegang: Studium in Innsbruck, Facharztausbildung in Innsbruck und Deutschland, seit 2014 Praxis in Götzis, seit 2018 Beleg- und Konsiliararzt im Liechtensteinischen Landesspital Vaduz

Hobbies: Sport, Reisen, Oldtimer.

Kontakt: www.dr-pikula.at

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