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Rosengarten – Ein Urlaub für jeden Tag

25.04.2021 • 16:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Dank ihrer Ausbildung und ihrem Sinn für Pflanzen, vereint Regoli Know-how und Leidenschaft. <span class="copyright">Hartinger</span>
Dank ihrer Ausbildung und ihrem Sinn für Pflanzen, vereint Regoli Know-how und Leidenschaft. Hartinger

Kerstin Regoli plant, schneidet, setzt und pflegt weit mehr als Rosen.

Pflanzen teilen mit, was sie wann brauchen. Ob sie sich an dem Platz und mit der Pflege wohlfühlen, erklärt Kerstin Regoli, Ein-Personen-Unternehmen (EPU) als Rosenexpertin. „Wenn ich Rosen schneide, entsteht das im Tun. Während ich schneide, sehe und merke ich, wo sie den Schnitt braucht – wie es ihr geht und was sie gerne hätte.“ Oft mangle es bei Rosen nicht am Wachstum oder an der Blüte.

„Mir geht es vielmehr darum, Gesundheit und Vitalität der Rosen allgemein zu steigern.“ Dann behalten sie auch ihre Blühkraft und ihr Wachstum bis ins hohe Alter. Die jährliche Verjüngung und Stärkung durch den Schnitt spielen dafür eine große Rolle. „Ich habe jetzt über einen Monat lang Rosen geschnitten, hauptsächlich in Privatgärten. Aber ich habe mich dabei keinen Augenblick gelangweilt. Denn jede Rose ist und wächst einzigartig“, beschreibt die 32-Jährige. „Wenn die Menschen mich in ihre Gärten holen, ist das ein großer Vertrauensvorschuss. Und ich sehe, wie die Beziehung von ihnen zu ihren Pflanzen ist. Darauf kann ich aufbauen.“

Die 32-Jährige ist viel unterwegs, um mit ihren Kunden in Kontakt zu sein.<span class="copyright"> Hartinger</span>
Die 32-Jährige ist viel unterwegs, um mit ihren Kunden in Kontakt zu sein. Hartinger

Schule für Gartenbau

Aufgebaut hat sie sich auch ihre eigene Selbstständigkeit als Garten- und Rosenexpertin. In Wien Schönbrunn hat sie die HBLFA für Gartenbau besucht, die einzige Schule in Österreich, an der man kombiniert Matura machen kann. „Mit 15 war ich die einzige Vorarlbergerin dort im Internat und an der ganzen Schule, das war nicht immer ganz leicht. Aber ich würde es jederzeit wieder so machen. Da gab es Fächer wie Gartenkunstgeschichte und Botanik, wir hatten eigene Fächer für Stauden, für Gehölze, für Zierpflanzen, wir haben gelernt, wie man Pläne zeichnet und waren auf einem historischen Gelände untergebracht. Das war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben.“
Dann hat sie bei Rosen Waibel, im Elternbetrieb, in dem sie auch groß geworden ist, mitgearbeitet, war aber auch in Gartenbaubetrieben in Österreich und in der Schweiz tätig. Hat bei ihrem Onkel in seiner Gärtnerei auf Teneriffa ausgeholfen.

Konsequenter Schritt

Als sie aber dann bei Rosen Waibel in Mäder den Außenbereich leiten durfte, mit Ein- und Verkauf, da etablierte sie einen neuen Service: Sie kam zu den Kunden nach Hause und schaute sich die Gärten höchstpersönlich an. Von diesem Service bis hin zur Selbstständigkeit war es dann nur noch ein konsequenter Schritt. Regoli machte ihn im vergangenen Herbst.

Rosenexpertin Kerstin Regoli kümmert sich um die Rosen im Garten und sorgt für perfekte Blüten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Rosenexpertin Kerstin Regoli kümmert sich um die Rosen im Garten und sorgt für perfekte Blüten. Hartinger

„Die Gartenbesitzer fragen oft, ob sie ihre Rosen falsch schneiden. Dann sage ich: ,Der einzige Fehler, den Sie machen können, ist, Ihre Rosen gar nicht zu schneiden.‘“ Wie sie geschnitten gehören? Es gibt einige wenige Regeln, die man wissen muss – wie bei allen Dingen lernt man dann in der Praxis, erklärt die Götznerin. „Stur auf eine gewisse Anzahl von Augen herunterschneiden, so wie es in Fachbüchern oft steht, ist nicht immer richtig. Der Rückschnitt von Rosen ist individuell und vor allem eine Sache des Gefühls.“ Ein Schnitt soll die Rose stärken, sie verjüngen. „Eine Rose vergreist oft schnell. Durch den Schnitt nehme ich ihr Triebe, die viel Energie brauchen, aber wenig bringen. Mit dem Auslichten bekommen die Pflanzen mehr Luft und weniger Pilzkrankheiten.“

Wie beim Menschen

Im Grunde, sagt die Unternehmerin, ist es wie bei uns Menschen auch. Im Luftzug oder andauernder Hitze fühlen wir uns auch nicht wohl. Außerdem brauchen Rosen ebenfalls ein Frühstück, ein Mittag- und ein Abendessen. „Und ein Dessert“, ergänzt sie und lacht. Das Frühstück ist ein Langzeitdünger im Frühling. Das Mittagessen sowie das Abendessen ist organischer Rosendünger alle fünf Wochen bis Mitte August. Dieser schafft außerdem eine Grundlage für die Blütenexplosion und auch für ein starkes Immunsystem. Das Dessert ist der Patent-Kali im Herbst. „Das habe ich schon von meinem Opa als Kind erklärt bekommen. Und inzwischen gebe ich es auch bei meinen Rosenkursen weiter“, erzählt die Götznerin.

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Hartinger

Doch eine Rose allein macht noch keinen Garten. Die Gartenexpertin schaut sich vielmehr die gesamte Anlage an und entwickelt Ideen für Begleitpflanzen, Erweiterungen oder neue Gestaltungen für den gesamten Garten.

Begeistert durch Lebewesen

„Pflanzen sind Lebewesen. Daher muss man sich fragen: ,Was erwarte ich mir von den Pflanzen? Was brauchen sie? Kann ich ihnen das geben?‘ So investiere ich in die richtigen Pflanzen und kann ich auf die Dauer Zeit und Geld sparen“, sagt die Pflanzenexpertin. Am Boden sollte man hingegen nie sparen, sondern eine gute, den Pflanzen entsprechende Qualitätserde kaufen.

Beim Erzählen ist Kerstin Regolis Enthusiasmus spürbar. „Ich liebe die Arbeit im Garten – es ist eine kreative und lebendige Arbeit und ich bin dankbar, dass ich in und mit der Natur mit Pflanzen arbeiten darf. Ich bin glücklich, wenn ich Menschen für ihre Gärten begeis­tern und die Beziehung zwischen ihnen und den Pflanzen verstärken kann.“

Weitere Infos unter: www.epu.wko.at

Rosenexpertin

Gartenbepflanzung by Kerstin Regoli

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