Allgemein

Kindesmissbrauch: 3,5 Jahre Haft

26.04.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch endete mit Schuldspruch.<span class="copyright"> Symbolfoto hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch endete mit Schuldspruch. Symbolfoto hartinger

Freund der Familie verging sich mehrmals an Siebenjähriger.

Der geständige Dornbirner hat 2013 ein siebenjähriges Mädchen, das er beaufsichtigte, mehrmals sexuell schwer missbraucht und dabei auch noch gefilmt. Außerdem hat der ledige und kinderlose Mann zwischen 2015 und 2019 Tausende Videos und Bilder mit Kinderpornografie besessen und verschickt. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der 44-jährige Arbeiter dem missbrauchten Mädchen 7000 Euro zu bezahlen.
Das Urteil des Schöffensenats, das der Angeklagte akzeptierte, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Schuldspruch

Der Schuldspruch erfolgte wegen der Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, der Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und der Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Haft.

„Welche Strafe ist angemessen?“ Diese Frage habe sich angesichts des umfassenden Geständnisses des Untersuchungshäftlings dem Schöffengericht gestellt, sagte der vorsitzende Richter Martin Mitteregger. Bei der Strafbemessung sei mildernd neben der Unbescholtenheit auch berücksichtigt worden, dass der Angeklagte von sich aus geständig gewesen sei, ohne zuvor belas­tet worden zu sein. Verteidiger Michael Kramer sagte, gegen seinen Mandanten sei ursprünglich 2019 wegen Kinderpornografie ermittelt worden. Dabei habe der Beschuldigte auch zu Protokoll gegeben, dass er das siebenjährige Kind im Sommer mehrfach missbraucht habe. Damit habe er wesentlich zur Wahrheitsfindung beigetragen.

Gewarnt

Der Dornbirner war ein Freund der Familie des Mädchens und sollte auf das Kind aufpassen. Opferanwältin Sandra Wehinger-Albrecht merkte an, dass der Beschuldigte vor seinen Angaben gewarnt worden sei, dass gegen ihn wegen des Missbrauchs ermittelt werden könnte.

Richter Mitteregger sagte während seiner Urteilsbegründung, der Angeklagte habe ein Kind missbraucht und durch den Konsum und der Weiterverbreitung von Kinderpornografie indirekt zum Missbrauch von vielen weiteren Kindern beigetragen.

Eltern des Opfers im Saal

Die Eltern des missbrauchten Mädchens waren Zuschauer bei der Gerichtsverhandlung. Für die Opferfamilie gebe es wohl keine angemessene Strafe für den Täter, meinte Mitteregger. Aber das Gericht müsse den Fall ohne Emotionen beurteilen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.