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Verschärfte Regelungen in 13 Gemeinden

26.04.2021 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch auf dem Lustenauer Kirchplatz gilt die neue Regelung.<span class="copyright"> Marktgemeinde Lustenau</span>
Auch auf dem Lustenauer Kirchplatz gilt die neue Regelung. Marktgemeinde Lustenau

In den Ortszentren für eine Woche lang Masken- und Testpflicht.

Eine Masken- und Testpflicht gilt seit heute Mitternacht in bestimmten Zonen in zwölf Gemeinden des Bregenzerwaldes und in der Marktgemeinde Lustenau. Darauf haben sich am Montag die Verantwortlichen des Landes und der Kommunen in stundenlangen Gesprächen geeinigt. Ebenso wird in den Oberstufen der höheren Schulen in den betroffenen Orten wieder auf Distance-Learning umgestellt. Lediglich die Maturanten dürfen zur Vorbereitung auf die Reifeprüfung weiterhin in die Bildungseinrichtungen. Nicht zuletzt wird auch die Ausreisetestpflicht aus dem Bregenzerwald, die eigentlich in der Nacht auf morgen ausgelaufen wäre, um eine Woche verlängert. Grund dafür sind die anhaltend steigenden Corona-Infektionszahlen.

Gantner: Maßnahmen gegen das Virus gerichtet

Bereits am Sonntag hatte die zuständige Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) die Verschärfungen angekündigt. Gestern wurden die Maßnahmen im Detail ausgearbeitet. Diese gelten vorerst bist nächsten Dienstag um 24 Uhr. Landesrat Christian Gantner (ÖVP) bat die Bevölkerung um Verständnis für die beschlossenen Schritte. Die Maßnahmen seien gegen das Virus gerichtet und nicht gegen die Bürger, betonte er.

Ortszentren betroffen

Im Bregenzerwald sind die Gemeinden Alberschwende, Andelsbuch, Bezau, Bizau, Egg, Hittisau, Krumbach, Lingenau, Mellau, Reuthe, Riefensberg und Schwarzenberg von den Verschärfungen betroffen. In den Zonen, die sich meist rund um das Ortszentrum befinden und mit den Bürgermeistern ausgearbeitet wurden, muss im öffentlichen Raum eine FFP2-Maske getragen werden. Ebenso muss ein negativer Corona-Test mitgeführt werden. Gültig sind Antigentests einer befugten Stelle (durch medizinisches Personal abgenommen beziehungsweise Selbsttests unter Aufsicht) oder PCR-Tests. Ausgenommen sind Personen, die einen positiven Antikörpernachweis (nicht älter als drei Monate) beziehungsweise einen Absonderungsbescheid (nicht älter als sechs Monate) vorlegen können. Keinen Test benötigen zudem Kinder bis zum zehnten Lebensjahr.

Fallzahl steigt weiter

Die Anzahl der bestätigten Corona-Fälle im Bregenzerwald ist unterdessen weiter angewachsen. Laut Infektionsteam gab es 334 Corona-Infektionen (Stand Montag, 16 Uhr). Am stärksten betroffen waren die Gemeinden Schwarzenberg (50 Fälle), Andelsbuch (49), Egg (45), Bezau (32) und Lingenau (29).

Der betroffene Bereich im Zentrum von Lustenau.<span class="copyright"> Marktgemeinde Lustenau</span>
Der betroffene Bereich im Zentrum von Lustenau. Marktgemeinde Lustenau

In Lustenau gilt die Regelung mit Masken- und Testpflicht in einem Umkreis von rund 500 Metern um den Kirchplatz (siehe Grafik). Außerdem werden im Sportpark der stark frequentierte Fitnessparcours und der Jugendplatz Habedere gesperrt. Die Testkapazitäten in der Gemeinde werden aufgestockt. Bisher war die Teststation im Reichshofsaal nur an vier Tagen jeweils in den Abendstunden geöffnet. Ab heute, 8 Uhr, sind dort bis vorerst Freitag ganztägig Termine verfügbar. Wer sich auf dem Weg zur Teststation befindet, ist von der Testpflicht ausgenommen. Wie zuletzt kommen Gemeindemitarbeiter, Rotes Kreuz und Feuerwehr an der Teststation zum Einsatz, sagte Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP). Unterstützung gebe es diese Woche erstmals auch vom österreichischen Bundesheer.

Fischer trägt Maßnahmen mit

Der Bürgermeister appellierte am Montag an die Bevölkerung, die Mobilität und vor allem die Kontakte zu anderen wieder einzuschränken. Nur so könne man einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen entgegenwirken. Hier sei vor allem Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gefragt. Denn ein Großteil der Ansteckungen passiere im privaten Kontext. Nichtsdestotrotz befürwortete der Bürgermeister die Masken- und Testpflicht im Ortszentrum. Diese sei auch ein Signal, dass die Pandemie noch nicht vorüber ist.

Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer hatte am Montag viel zu tun.<span class="copyright"> Archiv/Hartinger</span>
Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer hatte am Montag viel zu tun. Archiv/Hartinger

Fischer sieht diesbezüglich das ganze Land gefordert. Denn auch andernorts gebe es hohe Inzidenzen. Zugleich wies der Bürger­meister darauf hin, dass die Situation in der Marktgemeinde keine neue ist. Bereits im vergangenen November war Lustenau Corona-Hotspot in Vorarlberg. Am 13. November wurde mit 401 Infizierten der Höchststand verzeichnet. Wenig später seien die Zahlen in Lustenau wieder zurückgegangen, aber in anderen Landesteilen erheblich angestiegen. Gestern wurden in der Kommune sechs Neuinfektionen festgestellt – weniger als in den Tagen zuvor. Insgesamt gab es 147 Fälle. Einen größeren Cluster gebe es in Lustenau aber nicht.

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