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Glück im Unglück bei schwerem Unfall

27.04.2021 • 19:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Glück im Unglück war der schwere Verkehrsunfall. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Glück im Unglück war der schwere Verkehrsunfall. Klaus Hartinger

Pkw krachte gegen Auto, dessen Lenker umdrehen wollte.

Von Glück im Unglück sprach Verteidiger Oliver Diez. Alle Beteiligten könnten froh sein, dass sie den schweren Verkehrsunfall vom 20. September 2020 in Dornbirn überlebt hätten und relativ glimpflich davongekommen seien. In jener Nacht fuhr der 22-jährige Angeklagte mit seinem Pkw nach den Berechnungen des gerichtlichen Unfallgutachters Christian Wolf mit zumindest 120 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer auf einer Freilandstraße in Richtung Lustenau. Dort krachte das Fahrzeug des Beschuldigten auf seiner Fahrbahn ungebremst gegen den Wagen eines 20-Jährigen, der umkehren wollte.

Weit überhöhte Geschwindigkeit

Der mit weit überhöhter Geschwindigkeit fahrende Angeklagte wurde strafrechtlich dafür verantwortlich gemacht, dass drei junge Männer schwer verletzt wurden und einer leicht. Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde der mit einer Vorstrafe belastete Unterländer am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1800 Euro (180 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre eine Haftstrafe von sechs Monaten oder eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen gewesen.

Alkoholisierung

Richter Thomas Wallnöfer ging nicht von der angeklagten grob fahrlässigen Körperverletzung aus. Denn er nahm keine strafrechtlich relevante Alkoholisierung des Angeklagten an. Zwei Stunden nach dem Unfall wurden beim schwer verletzten Autofahrer 0,4 Promille gemessen. Der Strafrichter nahm an, dass der 22-Jährige zum Zeitpunkt des Unfalls 0,6 Promille hatte. Die Staatsanwaltschaft rechnete anders zurück und kam auf 0,8 Promille.

Wendemanöver

Mildernd wertete der Strafrichter das Mitverschulden des anderen Autofahrers, der auf der Freilandstraße in der Nacht ein gefährliches Wendemanöver unternommen und sich mit seinem Pkw bei der Kollision quer in der Fahrbahn des Angeklagten befunden hatte.