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Lkw-Fahrer schuld am Tod eines Radfahrers

27.04.2021 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Angeklagter übersah beim Rechts­abbiegen 84-Jährigen auf einem E-Bike.

Mit seinem fahrlässigen Fahrverhalten beim Rechtsabbiegen hat der Lkw-Fahrer nach Überzeugung von Strafrichterin Bettina Sperger am 25. August 2020 in Dornbirn-Wallenmahd den Unfalltod eines 84-jährigen Radfahrers verschuldet. Die Richterin des Bezirksgerichts Dornbirn verurteilte den unbescholtenen Berufskraftfahrer am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 720 Euro (180 Tagessätze zu je 4 Euro).

Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 360 Euro. Die anderen 360 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger meldete sofort volle Berufung an. Nun wird in zweiter Instanz das Landesgericht Feldkirch rechtskräftig entscheiden.

Strafe im unteren Bereich

Die mögliche Höchststrafe wäre eine Haftstrafe von einem Jahr oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen. Die Strafe für den unbescholtenen Angeklagten sei im unteren Bereich der Strafdrohung anzusetzen gewesen, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung.

E-Bike-Lenker teilweise überrollt

Der von Hohenems nach Dornbirn fahrende Angeklagte bog damals am Nachmittag mit seinem Sattelzug von der Landesstraße 190 nach rechts in eine Seitenstraße ab und fuhr dabei über den parallel zur Straße verlaufenden Radweg. Der 84-jährige Lenker eines E-Bikes, der auf dem Radweg in Richtung Dornbirn fuhr, prallte gegen die Zugmaschine und wurde teilweise überrollt. Der Pensionist aus Hohenems erlag im Landeskrankenhaus Feldkirch den beim Unfall erlittenen Verletzungen.

Der 41-jährige Lkw-Fahrer hat nach den gerichtlichen Feststellungen vor dem Rechtsabbiegen nicht in den rechten Außenspiegel gesehen. Der Deutsche hat laut Urteil den Radfahrer übersehen und ihm den Vorrang genommen. Das wurde ihm als Sorgfaltsverstoß angelastet. Die Strafrichterin stützte sich auf das gerichtliche Unfallgutachten von Christian Wolf. Der Sachverständige sagte, der Lkw-Fahrer hätte den Radfahrer mit einem Blick in den rechten Außenspiegel oder durch das rechte Seitenfenster rechtzeitig erkennen können.

„Nicht schuldig“

Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig. Er habe vor dem Abbiegen in alle Spiegel geblickt und den Radfahrer nicht gesehen. Der Verteidiger beantragte einen Freispruch und verwies dabei auf eine Autofahrerin. Die 35-jährige Zeugin sagte, sie habe sich gewundert, dass der Radfahrer trotz des abbiegenden Lastwagens noch beschleunigt habe.

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