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Virtuelle Feier zum Tag der Arbeit

30.04.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Jahr 2019 konnte die SPÖ zum letzten Mal in Bregenz den 1. Mai mit einem Fest feiern. <span class="copyright">Steurer</span>
Im Jahr 2019 konnte die SPÖ zum letzten Mal in Bregenz den 1. Mai mit einem Fest feiern. Steurer

Martin Staudinger und Reinhard Stemmer betonen Wert der Arbeit.

Bereits zum zweiten Mal in Folge fällt die Maifeier der Vorarlberger Sozialdemokraten aufgrund der Corona-Pandemie ins Wasser. Das traditionelle Familienfest am Bregenzer Hafen musste erneut abgesagt werden. Stattdessen wird es morgen ab 10 Uhr eine virtuelle Maifeier geben, die als Livestream auf Facebook und Youtube zu sehen sein wird. Vorarlbergs SPÖ-Chef und Harder Bürgermeister Martin Staudinger wird dabei als Gastgeber fungieren. Unter anderem wird auch die SPÖ-Bundesvorsitzende Pamela Rendi-Wagner sich in einer Videobotschaft an die Vorarlberger Parteigenossen wenden. Der „Tag der Arbeit“ muss auch in der Pandemie gefeiert werden, obwohl sich die Art der Kommunikation verändert habe, betont Staudinger in einer Aussendung. Trotz aller Corona-bedingter Änderungen sei der Wert der Arbeit gleich geblieben oder sogar gestiegen. Umso wichtiger sei es, diese tagtäglich zu würdigen. „Der 1. Mai ist der Tag, der ganz im Zeichen dieser Würdigung stehen soll“, meint der SPÖ-Chef.

Statt eine Rede im Festzelt zu halten, moderiert SPÖ-Chef Martin Staudinger heuer im Studio. <span class="copyright">Steurer</span>
Statt eine Rede im Festzelt zu halten, moderiert SPÖ-Chef Martin Staudinger heuer im Studio. Steurer

So sieht dies auch Vorarlbergs ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. Er erinnert daran, dass es in Österreich schon seit 1890 Kundgebungen zum 1. Mai gibt und dieser seit 1919 ein Feiertag ist. In der Arbeiterbewegung, die in den USA ihren Ausgang genommen habe, gehe es darum, gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und Missstände auszuräumen. Seit dem Beginn der Bemühungen sei schon sehr vieles erreicht worden, allerdings sei nichts davon selbstverständlich. „Die Errungenschaften müssen immer wieder aufs Neue erarbeitet und verteidigt werden – etwa im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen“, erzählt Stemmer. Dafür brauche es starke Gewerkschaften, die die Interessen der Arbeitnehmer vertreten würden. Gerade angesichts der Corona-Pandemie sei dies umso wichtiger. „Denn es geht auch darum, wer die Kosten für die Krise bezahlt“, meint der ÖGB-Chef. Hier brauche es starke Fürsprecher, damit nicht nur die Arbeitnehmer die Zeche zahlen müssten.

Zulauf in manchen Branchen

So manchem dürfte in den vergangenen Monaten die Bedeutung der Arbeitnehmervertreter bewusster geworden sein. Gerade in Branchen, in denen die Mitarbeiter während er Pandemie besonders gefordert waren, wie etwa der Pflege, habe es einen guten Zulauf gegeben. In anderen Bereichen, die von Schließungen betroffen waren oder noch immer sind, seien die Zahlen dagegen zurückgegangen. Dort habe man es schwer gehabt, mit den Arbeitnehmern in Kontakt zu treten.

Gestärkt aus der Krise

Die Sozialpartnerschaft sieht Stemmer durch die Krise gestärkt. Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmervertretern und Wirtschaftskammer werde wieder mehr gelebt. Allerdings würden die Sozialpartner von der Bundesregierung weitgehend links liegen gelassen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) halte sich eher an die Industriellenvertretung, wenn es darum gehe, einen Taktgeber für seinen Kurs zu finden, bemängelt der Gewerkschafter.

Reinhard Stemmer ist seit 2019 Vorarlbergs ÖGB-Landesvorsitzender. <span class="copyright">Hartinger</span>
Reinhard Stemmer ist seit 2019 Vorarlbergs ÖGB-Landesvorsitzender. Hartinger

Er erneuert auch die Forderung nach einem Corona-Tausender für die Arbeitnehmer in allen Bereichen. Bislang werde die Idee der Gewerkschaft jedoch komplett ignoriert. Dabei könnte dadurch gleich ein doppelter Effekt erzielt werden. Einerseits hätten natürlich die Beschäftigten etwas davon. Andererseits könnte dadurch auch die Wirtschaft angekurbelt werden. Um dies sicherzustellen, könnte der Tausender auch in Form eines regional verwendbaren Gutscheins gestaltet sein. Und auch wenn es derzeit keine Bewegung in der Frage gebe, bleibe die Forderung weiter bestehen, betont Stemmer.

Virtuelle Maifeier der SPÖ Vorarl­berg am 1. Mai ab 10 Uhr auf: https://youtu.be/3oxnOgVbzDQ

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