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Strafe für Sex-Übergriff verdreifacht

01.05.2021 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erstinstanzlich verhängte Strafe wurde verdreifacht. <span class="copyright">hartinger</span>
Erstinstanzlich verhängte Strafe wurde verdreifacht. hartinger

20-Jähriger in Bregenzer Bar an den Busen gegriffen.

Sexuelle Belästigung sei generell und im vorliegenden Verfahren strenger zu bestrafen, als das in der ersten Instanz der Fall gewesen sei, meinte Richterin Angelika Prechtl-Marte. Denn der Angeklagte habe mit seinem übergriffigen Verhalten ein hohes Ausmaß an Respektlosigkeit gegenüber Frauen zum Ausdruck gebracht, sagte die Vorsitzende des Berufungssenats des Landesgerichts Feldkirch. Deshalb sei die Strafe angehoben worden.

Urteil

Wegen sexueller Belästigung wurde der 50-jährige Angeklagte in der Berufungsverhandlung rechtskräftig zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2400 Euro (120 Tagessätze zu je 20 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1200 Euro. In erster Instanz war der Angeklagte am BG Bregenz mit einer teilbedingten Strafe von 1600 Euro (80 Tagessätze) davongekommen, davon 400 Euro unbedingt.

Verdreifacht

Die zu bezahlende Geldstrafe wurde damit in zweiter Instanz verdreifacht und von ursprünglich 400 auf 1200 Euro erhöht. Staatsanwältin Karin Dragosits hatte sich sogar für eine gänzlich unbedingte Geldstrafe ausgesprochen. Ihrer Strafberufung wurde teilweise Folge gegeben. Die mögliche Höchststrafe wäre eine Haftstrafe von sechs Monaten oder eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen gewesen.
Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der angeklagte Lokalgast während einer Auseinandersetzung in einer Bregenzer Bar einer 20-jährigen Frau bewusst mehrere Sekunden lang an den Busen gegriffen. Zuvor hatte es Aufregung um ein erstelltes Handyvideo und die Wegnahme des Smartphones gegeben.

Vorwürfe bestritten.

Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf und sagte, er habe die Brüste der jungen Frau unabsichtlich berührt. Verteidigerin Olivia Lerch beantragte einen Freispruch. Aber die Berufungsrichter bestätigten den erstinstanzlichen Schuldspruch und stützten sich dabei auf belastende Aussagen von Zeugen. Zu ihnen zählte auch der 27-jährige Zweitangeklagte. Er hatte auf die sexuelle Belästigung mit Schlägen gegen den Erstangeklagten reagiert, der dabei leicht verletzt wurde. Wegen Körperverletzung wurde über den 27-Jährigen am Bezirksgericht eine Geldstrafe von 400 Euro (100 Tagessätze a‘ 4 Euro) verhängt. In der Berufungsverhandlung wurde die zu bezahlende Strafe aufgrund der Tatumstände rechtskräftig auf 320 Euro (80 Tagessätze) herabgesetzt. Als Schmerzengeld hat er dem Erstangeklagten 100 Euro zu überweisen.