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“Alles mit der Handbremse”

02.05.2021 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heike Ladurner-Strolz vom Hotel Zimba in Schruns.                                                  <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Heike Ladurner-Strolz vom Hotel Zimba in Schruns. Klaus Hartinger

Recht unterschiedlich ist die Buchungslage in den Hotels.

Wie ich von den Kollegen höre, geht es auf und ab“, beschreibt Heike Ladurner-Strolz die aktuelle Situation rund um die Buchungen für den Sommer. Ladurner-Strolz ist die Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung und betreibt gemeinsam mit ihrer Familie das familieneigene Hotel Zimba in Schruns. Das Gruppengeschäft ziehe langsam an, das Detailgeschäft sei hingegen „mäßig“, so die derzeitigen Erfahrungen.

Sie berichtet von zahlreichen Anfragen von potenziellen Gästen zu Themen, die derzeit nicht beantwortet werden können, etwa zu Maßnahmen im Sommer, Testungen, Quarantäne und ähnliches. „Das Wichtigste ist deshalb, dass wir in den nächsten zwei Wochen von den politisch Verantwortlichen Antworten auf diese Fragen bekommen“, so Ladurner-Strolz.

Hoffnung auf Juni

Derzeit sei die Buchungslage aber überschaubar, sagt die Branchenvertreterin. Auf einen wirklichen Start hoffe man mit Anfang Juni. Im Vorjahr seien zu diesem Zeitpunkt noch viel mehr bestehende Buchungen dagewesen, zieht sie einen Vergleich. Da habe man noch gehofft, dass die Krise bald vorbei sei. Heuer sei vielfach erst gar nicht gebucht worden, wobei sich mit der Bekanntgabe der Öffnungen im Mai die Anfragen durchaus erhöht hätten.

Im Montafon gebe es Anfragen vor allem von Schweizern, erzählt Ladurner-Strolz. Österreicher seien nur sehr wenige dabei. „Wir sind aber alle überzeugt, dass es wie im letzten Jahr noch ein guter Sommer werden könnte“, zeigt sie sich optimistisch, „aber es wird alles sehr kurzfristig werden“.

Spartenobmann Markus Kegele. <span class="copyright">Hartinger</span>
Spartenobmann Markus Kegele. Hartinger

„Es gibt natürlich Buchungen, aber sehr zögerlich“, bestätigt auch Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und Betreiber des Hotels und Chalets Mondschein in Stuben sowie der Kaltenberghütte im hinteren Klostertal. „Es passiert alles mit Handbremse, weil die Gäste nicht wissen, wie es weitergeht“, sagt er. Er hofft, dass die Grenzen aufgehen, zumal es aus dem benachbarten Ausland einige Anfragen gebe.

Das Hotel hält Kegele im Sommer geschlossen, die Nachfrage beim Chalet sei zögerlich, bei der Kaltenberghütte hingegen gut, beschreibt er seine Situation. „Die Leute wollen raus und auf die Berge.“ Letztes Jahr sei man noch mit einem blauen Auge und besser als erwartet davongekommen, aber „grundsätzlich sind wir alle Berufsoptimisten“. Nachsatz: „Sonst könnten wir das nicht machen.“

Gut gebucht

Besser scheint die Situation in der Vorarlberger Stadthotellerie auszuschauen. Verena Urban betreibt das familieneigene Hotel Weisses Kreuz im Zentrum von Bregenz. „Die Stammgäste für die Festspielzeit sind gebucht, und es hat noch keiner abgesagt“, kann sie berichten. Auch der Herbst sei gut gebucht. Von Juli bis Oktober sei die Buchungslage sehr stabil, schildert sie die aktuelle Situation, die sie als „relativ normal“ bezeichnet.

Aber auch der vergangene Sommer ohne Festspiele sei sehr gut gelaufen, sagt Urban. Wobei man zunächst sehr viele Stornierungen habe hinnehmen müssen, die letztlich aber wieder ausgeglichen werden konnten. Allerdings sei alles viel kurzfristiger, so auch ihre Erfahrungen. Im Vorjahr habe man im Hotel überdurchschnittlich viele österreichische Gäste gehabt, grundsätzlich würden aber hauptsächlich Deutsche übernachten, zu speziellen Zeiten auch Schweizer. Aber es gebe auch viele Holländer, die in der Umgebung Radtouren machen, erzählt Urban. Die zeigten sich derzeit aber noch eher verhalten.

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