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Motorenzulieferer im Aufwärtstrend

03.05.2021 • 19:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim Rankweiler Unternehmen König sind die Auftragsbücher voll. <span class="copyright">Archiv/NEUE</span>
Beim Rankweiler Unternehmen König sind die Auftragsbücher voll. Archiv/NEUE

Rückkehr in die schwarzen Zahlen dürfte früher gelingen als erwartet.

Der Motorenkomponentenhersteller König GmbH & Co. KG beabsichtigt im Geschäftsjahr 2021 Investitionen in Höhe von rund sechs Millionen Euro am Produktionsstandort in Rankweil. Wie Geschäftsführer Herbert Brandstötter und Produktionsleiter Alen Bilic im wpa-Gespräch erklärten, fließe ein großer Teil davon in eine neue Flutanlage zur Nickelbeschichtung von Zylindern. Diese soll zu Jahresbeginn 2022 in Betrieb gehen.

Eigentlich sei die Anschaffung der neuen Flutanlage ein Jahr später vorgesehen gewesen. Allerdings haben insbesondere zwei Großaufträge aus Indien ein Vorziehen notwendig gemacht. So hätten zwei dortige Kunden die Beschichtung von 180.000 Zylindern für Performance-Motoren pro Jahr in Auftrag gegeben. „Zum Größenvergleich: Für unseren Eigenbedarf beschichten wir jährlich rund 320.000 Zylinder“, sagten Brandstötter und Bilic.

Kunden wechseln von Mitbewerbern

König profitiere immer stärker von seinem guten Namen, wenn es um Motorenkomponenten für Verbrennungsmotoren gehe. „Unser jahrelang aufgebautes Know-how macht uns als Supplier und Lohnfertiger immer gefragter.“ König merke dies auch daran, dass zuletzt vermehrt Kunden von Mitbewerbern zum Vorarl­berger Unternehmen gewechselt hätten. König ist auf die Entwicklung und Herstellung von Motorenkomponenten wie Zylinder, Kolben und Kolbenringe spezialisiert, die vor allem in Zweirad- und Freizeitindustrie zum Einsatz kommen.

Personalsituation

Gegenwärtig beschäftigt König in Rankweil rund 400 Mitarbeiter oder umgerechnet auf Vollzeit-Äquivalent 388 Personen. Nach den Anpassungen beim Personalstand im Vorjahr will Geschäftsführer Herbert Brandstötter die Situation jetzt beruhigen. Aufgrund des erwarteten Wachstums werde man „keine dramatischen Anpassungen bei den Beschäftigten vornehmen müssen.“ Allerdings gelte es, die Personalkosten im Auge zu behalten. Deswegen werde man die natürliche Fluktuation wo möglich nicht nachbesetzen oder Mitarbeiter beim Gang in die Altersteilzeit unterstützen.

Die Flutanlage ermögliche es König zudem, in neue Geschäftsfelder vorzustoßen. Bislang beschichtete das Unternehmen nur einzelne Zylinder oder Doppelzylinder. „Jetzt können wir Komponenten mit drei oder vier Zylindern beschichten. Dazu kommen Kurbelgehäuse.“ Gleichzeitig arbeite die neue Flutanlage umweltschonender und energieeffizienter. „Während wir den Durchlauf verdreifachen können, sinkt der Chemie-Verbrauch um 50 Prozent. Die Menge an Spülwasser wird um den Faktor sechs reduziert“, erläuterte Bilic.

Optimistisch in die Zukunft

Die zwei Aufträge aus Indien sowie „ein jetzt wieder sehr gut laufender internationaler Markt“ in den Bereichen Motorräder, Ski-Doos, Außenbordmotoren und Powersports sowie bei Industriemotoren lassen König nach den wirtschaftlichen Verwerfungen in den Vorjahren wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Denn in den Geschäftsjahren 2019 und 2020 ging der Umsatz teils bis auf 46 Millionen Euro zurück und pro Jahr wurde ein Verlust von rund drei Millionen Euro eingefahren. „Die Corona-Pandemie hat uns im Vorjahr stark getroffen, ein halbes Jahr lief es sehr schlecht“, meinte Brandstötter. Jetzt dürfte sich das Blatt allerdings wenden.

Höchster Monatsumsatz seit Bestehen

„Wir haben für 2021 Aufträge in einer Umsatzhöhe von 59,6 Millionen Euro in den Büchern stehen und liegen damit besser als in Vor-Corona-Zeiten“, berichtete Brandstötter. Im April 2021 habe König mit sechs Millionen Euro den höchsten Monatsumsatz seit Bestehen erzielt. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Rückkehr in schwarze Zahlen bereits heuer gelingen wird und nicht erst 2022, wie eigentlich erwartet.

Günther Bitschnau/wpa