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Staus im Rheindelta

05.05.2021 • 19:05 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
15 Kontrollorgane waren im Einsatz.                             <span class="copyright">Hartinger</span>
15 Kontrollorgane waren im Einsatz. Hartinger

Aufgrund der Ausreisetestpflicht kam es im Berufsverkehr zu Staus.


Seit Dienstag Mitternacht wird die Ausreise aus den Rheindelta-Gemeinden Höchst, Fußach und Gaißau kontrolliert. Die zwei Rheinbrücken sind dabei die Nadelöhre, die nur mit einem gültigen Test passiert werden können. „Es war ziemlich viel Verkehr“. schilderte Rainer Fitz von der Landespolizeidirektion gestern Vormittag das morgendliche Geschehen. Nachdem es „geschüttet“ habe, waren auch kaum Radfahrer unterwegs. Fast alle, die aus den Gemeinden raus mussten, waren somit mit dem Auto unterwegs.

Durchgewunken

„Wir haben versucht, den Stau nicht länger als bis zu einer Wartezeit von gut einer halben Stunde zurückreichen zu lassen“, so Fitz. Deshalb habe man der Verkehrslage angepasst reagiert und den einen oder anderen Autofahrer auch durchgewunken. „Wir können ja keinen Stau produzieren, der durch ganz Höchst bis Gaißau durchgeht.“

Die Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach.                                        <span class="copyright"> Hartinger</span>
Die Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach. Hartinger

Das Verkehrsaufkommen war auf beiden Brücken – in Richtung Hard/Bregenz als auch in Richtung Lustenau – sehr groß. Bis acht Uhr mussten acht Fahrzeuge zurückgewiesen werden, da die Insassen keinen gültigen Test vorweisen konnten. Von etwa halb sieben bis halb neun gab es die Staus. Dann beruhigte sich die Lage wieder. Zu Spitzenzeiten, also im Berufsverkehr, sind 15 Kontrollorgane auf den beiden Brücken im Einsatz, informierte Fitz, der Großteil davon Polizisten.

Verständnisvolle Autofahrer

Die Autofahrer hätten sich indes durch die Bank verständnisvoll gezeigt, so die Erfahrungen des Polizisten. „Die Informationskampagne ist gut gelaufen.“ Die Leute hätten die Tests griffbereit zur Hand gehabt, sodass es dadurch zu keinen Verzögerungen gekommen sei. Er rechnet, dass es am Nachmittag wieder zu Staus kommen wird, wenn für viele in den großen Betrieben der Region die Arbeitszeit endet. Fitz geht davon, dass es auch die kommenden Tage so weitergehen wird. „Wir werden aber schauen, dass die Staus nicht übermäßig lang werden, um das Ganze in einem erträglichen Rahmen zu halten.“

Die Kontrollstelle bei der Rheinrücke Höchst-Lustenau. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Kontrollstelle bei der Rheinrücke Höchst-Lustenau. Hartinger

Nicht ganz unerwartet sind die Staus für den Höchster Bürgermeister Herbert Sparr gekommen. „Das Wetter hat das natürlich noch verstärkt“, sagt er gestern gegen Mittag. In Höchst gebe es eigentlich viele Radfahrer. Die waren aber gezwungen, auf das Auto umzusteigen. Für die Zeit von 16 bis 18 Uhr erwartet auch er sich dann noch einmal größere Staus.

Gutes Testangebot

Prinzipell hätten die Bürger durchaus Verständnis für die Maßnahmen, so der Bürgermeister. Zu einigen unschönen Reaktionen sei es aber bei den Teststationen gekommen, wo sich nicht Angemeldete über die längere Wartezeit beschwert hätten. „Es ist aber ein gutes Testangebot da“ – zumal bis 22 Uhr getestet werde, was auch Schichtarbeitern zugute komme. Auch er habe den Eindruck, dass die Bürger gut informiert waren, sagt Sparr. Diesbezüglich war noch am Dienstag ein Flugblatt an alle Haushalte der drei Gemeinden ergangen.

Nur wenige hatten keinen Test dabei.     <span class="copyright">Hartinger</span>
Nur wenige hatten keinen Test dabei. Hartinger

„Es läuft eigentlich gut“, sagte gestern am frühen Nachmittag auch der Fußacher Bürgermeister Peter Böhler. Aktuell gebe es noch eine Wartezeit von etwa zehn Minuten, „aber das sind wir gewohnt“. An manchen Tagen im Jahr sei es schlimmer. Er hat das Gefühl, dass die Bevölkerung die Maßnahmen gut mittrage. Zudem seien die Testkapazitäten ausgeweitet worden und alle sehr gut informiert. Fußach hat eine Sprengelschule in Hard. Alle Schüler, die mit reinen Schulbussen unterwegs gewesen seien, seien pünktlich angekommen, so der Bürgermeister und auch alle Lehrer waren rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz.

“Keine großen Probleme”

Böhler sieht keine großen Schwierigkeiten, auch die kommenden Tage gut über die Bühne zu bringen. Um 16 Uhr wollte er sich dann wieder auf die Brücke begeben, um zu schauen, wie sich der Schichtwechsel in den großen Betrieben auf den Verkehr auswirkt. „Aber ich habe auch diesbezüglich viele vernünftige Ansätze gehört und von keinen großen Problemen“, sagte er. Die Ausreisetestpflicht wird vorerst für eine Woche dauern. Vor Auslaufen wird die Lage dann wieder bewertet.

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