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Gemeinsam zur Energieautonomie

06.05.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Landesrat Johannes Rauch (3.v.r.) mit den Energiesprechern Martin Staudinger (SPÖ), Gerfried Thür (Neos), Christoph Metzler (Grüne), Daniel Allgäuer (FPÖ) und Christina Metzler (ÖVP). <span class="copyright">VLK/Serra</span>
Landesrat Johannes Rauch (3.v.r.) mit den Energiesprechern Martin Staudinger (SPÖ), Gerfried Thür (Neos), Christoph Metzler (Grüne), Daniel Allgäuer (FPÖ) und Christina Metzler (ÖVP). VLK/Serra

„Energieautonomie+ 2030“ wird im Landtag einstimmig beschlossen.

Einigkeit in Energiefragen haben am Mittwoch wieder einmal die Verantwortlichen aller fünf im Landtag vertretenen Parteien demonstriert. Nach einer Präsentation im zuständigen Landtagsausschuss wurde im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam die Strategie zur „Energieautonomie+ 2030“ vorgestellt. Mit dabei war auch Energielandesrat Johannes Rauch (Grüne). In dem Papier sind Projekte und Maßnahmen enthalten, wie bis 2030 drei Ziele erreicht werden können. So soll der Stromverbrauch zu 100 Prozent durch heimische erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Die Treibhausgase sollen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2005 gesenkt werden. Nicht zuletzt soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf mindestens 50 Prozent ausgebaut werden.

Energieautonomie

Bereits seit gut zwölf Jahren ziehen die Landtagsfraktionen in Energiefragen nun schon an einem Strang. Damals wurde im Landtag einstimmig beschlossen, dass Vorarlberg bis zum Jahr 2050 energieautonom sein soll. Dies hob auch Landesrat Rauch hervor. Es sei einzigartig in Österreich, dass im Landtag über alle Fraktionen hinweg Konsens herrsche. Dadurch entstehe eine besondere Dynamik. ­Dies zeige sich auch darin, dass nach dem Beschluss zu Energieautonomie „nicht nur Papier produziert worden ist“. Vielmehr seien seitdem zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden. Rauch nannte 18 neu errichtete Wasserkraftanlagen als Beispiel. Der Landesrat sieht Vorarlberg auf einem guten Weg, allerdings gelte es, noch mehr zu tun und in manchen Bereichen wie etwa der Mobilität noch aufzuholen.

Vier der fünf Energiesprecher kamen mit FFP2-Masken in der passenden Parteifarbe zur Pressekonferenz. Lediglich der Freiheitliche Daniel Allgäuer trug eine weiße Maske. <span class="copyright">VLK/Serra</span>
Vier der fünf Energiesprecher kamen mit FFP2-Masken in der passenden Parteifarbe zur Pressekonferenz. Lediglich der Freiheitliche Daniel Allgäuer trug eine weiße Maske. VLK/Serra

In dem Strategiepapier werden unter anderem zehn Leuchttürme aufgezeigt, die für das Erreichen des Ziels eine besondere Bedeutung haben. Dazu gehört etwa die rasche Umstellung im Bereich der Wärmeenergie von fossilen auf erneuerbare Träger. So soll die Zahl der derzeit rund 27.000 Ölkessel halbiert werden. Die Fernwärmeversorgung soll dagegen verdoppelt werden. Eine ebenso wichtige Rolle nimmt der Ausbau der Fotovoltaik in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ein.

Verkehr als Sorgenkind

Ein Sorgenkind im Bereich des Klimaschutzes ist schon seit Jahren der Verkehr. Obwohl die CO2-Emissionen in Vorarlberg gesamt von 2005 bis 2018 verringert wurden, stiegen diese im Bereich Verkehr an. Bis zum Jahr 2030 soll sich dies gemäß des Strategiepapiers jedoch ändern. Aus Sicht von Rauch braucht es dafür etwa eine Abschaffung des Dieselprivilegs auf Bundesebene. Ebenso hofft er auf die Elektromobilität. Es sei in den kommenden Jahren mit einem massiven Anstieg des Anteils an E-Fahrzeugen zu rechnen.

Investitionen notwendig

Klar ist für den Landesrat, dass Geld investiert werden muss, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Dabei gehe es nicht um „Peanuts“, sondern um mehrere Milliarden Euro. Dies sah auch Neos-Energiesprecher Gerfried Thür so. Aus seiner Sicht braucht es aber auch entsprechende Transparenz in der Kommunikation. Wichtig werde es sein, sowohl die Bevölkerung als auch die Wirtschaft mitzunehmen und für den Klimaschutz zu begeis­tern. Zustimmung gab es dafür von Martin Staudinger von der SPÖ. Daniel Allgäuer (FPÖ) legte Wert darauf, dass die Strategie nicht in Stein gemeißelt ist, sondern flexibel auf Veränderungen reagiert werden kann. Für Christoph Metzler von den Grünen liegen viele Lösungen bereits auf dem Tisch. Diese müssten nur genützt und forciert werden. Die derzeit jüngste Landtagsabgeordnete Christina Metzler (ÖVP) betonte, dass Klimaschutz längst kein Nischenthema mehr ist. Man müsse im Sinne der kommenden Generationen jetzt Maßnahmen setzen. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Strategie nicht nur der „kleinste gemeinsame Nenner“, sondern die konsequente Weiterentwicklung des Beschlusses aus dem Jahr 2009 ist, wie es Allgäuer formulierte.

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