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Neue Wendung im Kaffeehaus-Streit

07.05.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das 1949 eröffnete Café Feurstein ist das älteste Kaffeehaus in Feldkirch. Seit Ende 2019 steht es leer.<span class="copyright">Hartinger</span>
Das 1949 eröffnete Café Feurstein ist das älteste Kaffeehaus in Feldkirch. Seit Ende 2019 steht es leer.Hartinger

Stadt Feldkirch kündigt an, das Kaffeehaus in den nächsten Tagen auszuschreiben.

Am Ende ging alles sehr schnell. Nach einem Jahr Diskussion ist die Nachnutzung des Cafés Feurstein besiegelt. Das seit Ende 2019 leerstehende Lokal soll als Kaffeehaus weitergeführt werden und zur Miete ausgeschrieben werden. Wie die NEUE mehrfach berichtete, sah es zunächst so aus, als wollte die Stadt Feldkirch den Ausgang des seit Anfang 2020 anhängigen Denkmalschutzverfahrens abwarten. Nachdem der öffentliche, aber auch innerparteiliche Druck immer größer wurde und die Neos die Causa über einen ­entsprechenden Antrag in die Stadtvertretung hieven wollten, kündigte Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP) am Freitag in eine Aussendung an, das Café in den nächsten Tagen auszuschreiben.

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Hartinger

„Der Ausschreibungstext wird derzeit von der Fachabteilung vorbereitet.“

Wolfgang Matt, Bürgermeister

Besonnenheit vor Aktionismus

Von einer Hängepartie könne keine Rede sein, wird Matt in der Aussendung zitiert. Die Stadt habe sich zu keinem Zeitpunkt gegen einen Cafébetrieb gewehrt, müsse aber gerade bei so einer Schlüsselimmobilie wie dem Haus Schlossergasse 1 „ihrer Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber gerecht werden und daher Besonnenheit vor Aktionismus stellen.“ Laut Matt waren aufgrund der „nicht unkomplizierten“ Eigentums- und Besitzverhältnisse, verbunden mit der bekannten Forderung des Bundesdenkmalamtes, das Café-Mobiliar dauerhaft unter Denkmalschutz zu stellen, aufwendige Recherchearbeiten der Fachabteilungen notwendig. Nach einem weiteren Gespräch mit dem Bundesdenkmalamt stehe mittlerweile fest, dass eine Ausschreibung, die sich an potenzielle Pächter beziehungsweise Betreiber richtet und die konkret eine Weiterführung als Café vorsieht, in den nächsten Tagen erfolgen wird.

Das Haus Schlossergasse 1, in dessen Erdgeschoss sich das Café befindet, ist laut Stadt eine „Schlüsselimmobilie“. <span class="copyright">Hartinger</span>
Das Haus Schlossergasse 1, in dessen Erdgeschoss sich das Café befindet, ist laut Stadt eine „Schlüsselimmobilie“. Hartinger

Verfahren läuft weiter

Der Ausschreibungstext werde derzeit von der Fachabteilung vorbereitet und nach eingehender Prüfung kurzfristig veröffent­licht werden, heißt es. Das ­Unterschutzstellungsverfahren läuft unterdessen weiter. Die Ausschreibung habe keine präjudizielle Wirkung, versichert BDA-Vorarlberg-Leiterin Barbara Keiler. Das heißt, dass der Umstand, dass das Lokal nun wieder als Kaffeehaus vermietet wird, für die Beurteilung des Falles nicht bedeutsam ist.
Stadtrat Georg Oberndorfer (Neos) zeigte sich erfreut über die überraschende Wendung in der Causa. „Uns ist wichtig, dass den Worten nun rasch Taten folgen. Die Pandemie neigt sich dem Ende zu, was wir brauchen, ist nun ein umfangreicher Neustart. Gerade für die Innenstadtwirtschaft sind Frequenzbringer, wie zum Beispiel ein beliebtes Kaffeehaus, von großer Bedeutung.“